Märkte am Morgen: Getreide

Chicagoer Weizen fällt weiter ab

Weizen: Nach der Veröffentlichung des USDA-Reports gaben die Chicagoer Weizenfutures mehr als 8 US-$/t nach. Das amerikanische Landschaftsministerium hatte seine Schätzung für die gesamte Weizenernte der USA um 1,4 Mio. t auf 54,2 Mio. t angehoben. Dies war mehr, als es im Markt erwartet wurde.
 
Das Bemerkenswerteste an dem neuen Report ist allerdings die Bestandsprognose. Trotz einer 3,8 Mio. t kleineren US-Weizenernte gegenüber dem Vorjahr werden die Weizenbestände in den USA in der kommenden Saison voraussichtlich um 2 Mio. t auf 18 Mio. t ansteigen. Aber auch in globaler Hinsicht lässt sich einem Bestandsaufbau erwarten, denn laut USDA sollen die weltweiten Weizenbestände zum Ende der Saison trotz einer 9,9 Mio. Mio. t kleineren Ernte als im Vorjahr um 5,2 Mio. t ansteigen.
 
In Paris markierten Weizenfutures nach einem Minus von 1,25 €/t neue Kontrakttiefs. Der November konnte sich noch oberhalb der psychologischen Schwelle von 180 €/t halten. Analysten machen eine schwache Stimmung am europäischen Weizenmarkt aus. In Frankreich wurde die im Süden einsetzende Weizenernte durch Regene unterbrochen. Am deutschen Kassamarkt konnten die schwächeren Börsennotierungen zumindest durch etwas besseren Prämien ausgeglichen. Am Hamburger Markt wurden die Kassaprämie für Backweizen Basis September auf 5,50 €/t über dem Matif-November angehoben.
 
Mais: Die Maisschätzung fiel ausgesprochen bärisch aus. Das USDA rechnet mit einem kräftigen Bestandsaufbau in den USA auf fast 46 Mio. t und der Mais kommt den USA in der kommenden Saison aus den Ohren heraus. Die hohen Bestände und die Aussicht auf gute Erträge lassen die rückläufige Anbaufläche in den USA zur Makulatur verkommen. In Chicago konnte sich der Juli Kontrakt als Frontmonat zwar knapp behaupten, doch die übrigen Notierungen gaben durchweg nach. Die offenen Positionen haben sich signifikant erhöht, vermutlich durch Wetten auf weiter fallende Preise.
 
An der Matif notierte der August 1,25 €/t, der November 2,25 €/t schwächer. Das USDA hat die europäische Maisernte etwas nach oben auf 65,6 Mio. t korrigiert. Dies ließe eine 1 Mio. t größer Maisernte in der EU gegenüber dem Vorjahr erwarten. (St) 
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