Getreidebilanz

China kauft Gerste in Frankreich

Die riesige französische Weichweizenernte 2015 ist schwer zu vermarkten. Die Franzosen haben wenig Freude an ihrer Rekorderzeugung von fast 41 Mio. t, die das Vorjahresergebnis um 9 Prozent und das Fünfjahresmittel um 14 Prozent übertrifft. Im Exportgeschäft 2015/16 rechnet das Agraramt France AgriMer mit einem Rückgang von fast 6 Prozent. Damit endet die Saison in Frankreich nach der aktuellen Bilanz, die am Mittwoch veröffentlicht worden ist, Ende Juni 2016 mit Beständen von mehr als 6,0 Mio. t. Auch dies wäre eine bislang nie erreichte Rekordmenge. Der bisherige Höchststand lag in der Saison 2008/09 bei gerade 3,5 Mio. t Weichweizen.

Russland macht in Kairo das Rennen - Frankreich punktet in China

Die Weichweizenexporte 2015/16 in andere EU-Länder schätzt France AgriMer auf 7,1 Mio. t und damit fast 11 Prozent geringer als im Vorjahr. Die Exporte in Drittländer mit 11 Mio. t verfehlen den Vorjahresumfang um rund 3 Prozent. Hier macht sich besonders das schwächere Ägyptengeschäft bemerkbar, bei dem Russland in dieser Saison mit Abstand die Nase vorn hat. Frankreich, das 2014/15 noch Hauptlieferant für die staatliche Einkaufsagentur GASC in Kairo war, ist 2015/16 auf Platz 4 hinter Russland, Rumänien und der Ukraine abgerutscht.

Dynamischer entwickelt sich das Drittlandsgeschäft mit französischer Gerste. France AgriMer rechnet hier 2015/16 mit Weltmarktverkäufen von insgesamt 4,1 Mio. t. Das wären 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Traditionell geht Futtergerste nach Saudi-Arabien, Marokko und Algerien. Besonders erfolgreich ist Frankreich außerdem in China. In den acht Monaten bis Ende Februar 2016 sind schon mehr als 2,2 Mio. t Gerste dorthin verkauft. Im Chinageschäft handelt es sich um große Mengen Braugerste,

Kulturen stehen hervorragend im Feld

Schließlich stehen Anfang März auch die im Herbst gesäten Feldkulturen in Frankreich hervorragend da, berichtet France AgriMer. Damit bestätigt sich die Einschätzung des Statistikamtes Agreste, das bereits im Februar von sehr gut entwickelten Winterkulturen berichtet hat. Aktuell verzögert sich jedoch nach Beobachtung von France AgriMer die Aussaat von Sommergerste. Besonders betroffen sind das Burgund und Loire-Tal. (db)
stats