Fleischexporte

China kauft mehr Schweinefleisch

Für die Schweinfleischproduzenten in der Europäischen Union wird China ein immer wichtigerer Markt. Im dritten Quartal stiegen die gesamten Einfuhren um 57 Prozent auf 198.500 t, berichtet Agra Europe London unter Berufung auf die chinesische Zollbehörde. Von der Steigerung profitierte vor allem die EU, die ihren Marktanteil an den chinesischen Schweinefleisch-Importen auf 75 Prozent ausbauen konnte. Mit 14,5 Prozent behaupteten die USA ihre Position, während Kanada und Chile an Bedeutung einbüßten, auch wenn die gelieferten Mengen leicht gesteigert werden konnten.

Schweinebestand eingebrochen
In China ist Schweinefleisch knapp und teuer. Binnen eines Jahres ist der Bestand  eingebrochen, weil viele kleine Schweinehalter die Produktion aufgegeben haben. Das USDA schätz den aktuellen Bestand auf rund 420,2 Millionen Schweine, das sind 45.6 Millionen Tiere weniger als vor einem Jahr. Für das kommende Jahr wird ein leichter Anstieg um 1,5 Millionen Schweine erwartet.

Hohe Inlandspreise steigern Exportwert

Wegen der in China gestiegenen Preise für Schweinefleisch stieg der Exportwert noch deutlicher und verdoppelte sich von Juli bis September auf 334 Mio. €. Die EU konnte ihre Ausfuhren von 120 Mio. € auf 250 Mio. € steigern. Innerhalb der EU hat Deutschland seine führende Stellung auf dem chinesischen Markt behauptet. Ein Drittel der Exporte kamen aus Deutschland. Der Exportwert konnte auf 88 Mio. € mehr als verdoppelt werden. Ähnliche Zuwächse verzeichnet Spanien, Dänemark legt um 40 Prozent zu. Auch die meisten anderen EU-Staaten profitierten von der Entwicklung, vor allem Frankreich (+200 Prozent) und die Niederlande (+460 Prozent).

Schlachtnebenprodukte aus Deutschland gefragt

Bei den Schlachtnebenprodukten verringerten sich von Januar bis September zwar die gesamten chinesischen Einfuhren um 5 Prozent, die EU konnte aber auch hier ihre Exportmenge um ein Viertel auf 413.200 t steigern. Im Wert stiegen die Einfuhren aus der EU um 43 Prozent auf 556 Mio. €. Deutschland lieferte 111.400 t auf das chinesische Festland - ein Anstieg von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz dazu gingen die Einfuhren von Schlachtnebenerzeugnissen aus den USA um fast 50 Prozent auf 110,600 t zurück.

Umweg über Hong Kong verliert an Bedeutung

Im Gegensatz zu China importierte Honkong in diesem Jahr weniger Schweinefleisch. Bis August lag die Menge um 50.000 t unter dem Vorjahreswert. Bei den Schlachtnebenprodukten gingen die Importe um 25.000 t zurück. Ein Teil der gestiegenen chinesischen Importe ist deshalb darauf zurückzuführen, dass mehr Ware direkt nach China geliefert wird und der Umweg über Hongkong an Bedeutung verliert. Doch auch um diesen Effekt bereinigt stiegen die EU-Exporte von Schweinefleisch um Nebenprodukten bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 200.000 t. Das US-Agrarministerium erwartet, dass China in diesem Jahr rund 830.000 Tonnen Schweinefleisch importieren wird. 70 Prozent davon entfallen auf die EU, meinen die Experten in Washington. (SB)
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