Schweinefleisch

China muss mehr importieren


Im Jahr 2016 wird China mehr Schweinefleisch importieren als im Vorjahr. Das Büro des US-Agrarministeriums USDA in Bejing schätzt die Einfuhren in einem aktuellen Bericht auf 1,3 Mio. t. Damit liegen die Fachleute vor Ort deutlich höher als das USDA in Washington, das gegenwärtig von 850.000 t ausgeht. Auch für 2015 hat das Büro in Being seine Einfuhrprognose angehoben, und zwar auf nun gut 1 Mio. t, während das USDA in Washington von 845.000 t ausgeht. Im Jahr 2014 hatte China noch 761.000 t Schweinefleisch importiert. China deckt rund 80 Prozent seines Importbedarfs an Schweinefleisch in Europa.

Schweinefeisch ist in China knapp und teuer.
-- , Foto: abe
Schweinefeisch ist in China knapp und teuer.
Die Einfuhren steigen, weil die Produktion von Schweinefleisch in China selbst zurückgeht. Wurden 2014 noch 56,7 Mio. t erzeugt, sank die Produktion 2015 bereits auf 54,9 Mio. t, so das USDA-Büro in Bejing. Für 2016 gehen die USDA-Fachleute vor Ort von nur noch 53,5 Mio. t aus.

Die Fleischproduktion am chinesischen Binnenmarkt geht zurück, da auch die Schweineherde, und hier insbesondere die Anzahl an Sauen, schrumpft. Der Zuchtsauenbestand verringerte sich im Februar 2016 den 30. Monat in Folge, berichtet Reuters unter Berufung auf das Chinesische Landwirtschaftsministerium. Mit 37,6 Millionen Tieren wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Sauen um 7,9 Millionen Tiere. Dieser Trend wird dadurch etwas ausgeglichen, dass die verblieben Sauen durch züchterische Fortschritte mehr Ferkel zur Welt bringen.

Das kleinere Angebot wirkt sich auf die Preise aus. Für Schlachtschweine mussten zu Anfang des Monats umgerechnet 2,65 €/kg Lebendgewicht bezahlt werden, das entspricht etwa, 3,40 €/kg Schlachtgewicht. Gegenüber dem April 2015 haben sich Schweine damit um gut die Hälfte verteuert. Für die Verbraucher verteuerte sich Schweinefleisch um fast ein Drittel. Dies wirkt sich auf den Konsum aus. Das USDA in Bejing veranschlagt den Verbrauch 2016 auf 54,6 Mio. t, nach noch 55,7 Mio. t im Vorjahr und 57,2 Mio. t 2014. (pio)
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