Preisprognose

Commerzbank blickt auf neue Ernte

In der Saison 2014/15 lastet die hohe globale Weizenerzeugung auf den Preisen. Wenn auch zwischenzeitlich die Schätzungen von amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) und Internationalem Getreiderat (IGC) etwas nach unten revidiert werden, so bleibt in der Saison 2014/15 ein Überschuss in der Bilanz. Die Commerzbank weist darauf hin, dass es damit im zweiten Jahr in Folge möglich ist, die Weltweizenvorräte aufzustocken.

Blick auf die nächste Saison

Matif-Kurse in €/t

 

Aktuell*

Q4 2015**

Weizen

190

200

Mais

158

175

Raps

337

350

 

*Stand 2.12.2014, **Prognose für 4. Quartal 2015
Quelle: Commerzbank

„Die Zeiten der höchsten gefühlten Verfügbarkeit dürften allerdings hinter uns liegen", schreiben die Analysten der Commerzbank weiter. Damit erklären sie den Preisanstieg für Weizen in den vergangenen Wochen. Er beruht zum einen auf ersten Ergebnissen der australischen Weizenernte, die enttäuschender ausfällt als zunächst vermutet. Diese Ernte auf der Südhalbkugel fällt noch in die aktuelle Bilanz 2014/15. Noch mehr richtet sich der Blick der Marktteilnehmer jedoch auf die neue Saison 2015/16. Vor allem in Russland und der Ukraine machen Trockenheit und Kälte den Weizenpflanzen zu schaffen. Deswegen deutet die Preisprognose für das Schlussquartal 2015 nach oben (siehe Übersicht).

Maissilos bis zum Rand gefüllt

Bei Mais nennen die Analysten der Bank die Aussichten auf eine schwächere Ernte in Südamerika, die im November den Notierungen auf die Sprünge geholfen haben. In anderen großen Erzeugungsländern wie den USA und der EU sind die Maissilos aber randvoll. Andererseits treibt die reiche Ernte nach Einschätzung der Commerzbank auch die globale Nachfrage nach oben. Schließlich lässt sich solch eine hohe Maiserzeugung wie in dieser Saison 2015/16 wahrscheinlich nicht wiederholen. Deswegen könnte sich der Maispreis im Schlussquartal 2015 vom aktuell niedrigen Niveau abheben. Auch bei Raps könnte 2015 eine geringere Ernte den Preis beflügeln.

Hohe EU-Exporte stützen Weizenpreis

Kurzfristig geht die Commerzbank jedoch eher noch von leichtem Preisdruck aus, dem sich lediglich der Weizen wegen der hohen EU-Exporte entziehen kann. Begehrt ist vor allem Weizen aus Deutschland und Polen. Für das 1. Quartal 2015 prognostiziert die Bank einen unveränderten Weizenpreis, aber leichte Abschläge für Mais und Raps. (db)
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