Die Getreide- und Rapsbestände haben die jüngsten Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen in der Summe ohne nennenswerte Schäden überstanden. Davon geht der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in seiner Ernteschätzung für Juni aus und korrigiert seine Prognose für die hiesige Getreideernte um 0,3 Mio. t im Vormonatsvergleich nach oben auf rund 48 (Vorjahr: 48,8) Mio. t.

Der Verband begründet die Aufwärtskorrektur mit nun etwas höher veranschlagten Hektarerträgen bei Weizen und Gerste. Der Entwicklungsstand der Bestände entspricht dem langjährigen Mittel, so der DRV weiter. In den Frühdruschgebieten rechnet der Verband bei entsprechender Witterung für Anfang Juli mit dem Start der Gerstenernte.

Erwartungen an Weizendrusch etwas höher

Die Prognose für die Winterweizenernte steigt gegenüber dem Mai-Bericht um 0,2 Mio. t auf 25,4 Mio. t. Damit würde der Drusch rund 2,9 Prozent hinter der Produktion von 2015 zurückbleiben. Bei Wintergerste geht der DRV aktuell von 9,4 (Vormonat: 9,3) Mio. t aus, was einem Rückgang um 2,6 Prozent gegenüber der Vorjahresernte entspricht. Den Roggendrusch schätzt der Verband auf 3,3 Mio. t und erwartet zudem eine Sommergerstenernte auf dem Vorjahresniveau von knapp 2 Mio. t.

Die hiesige Maisernte beziffert der DRV wie im Vormonat mit gut 4,5 Mio. t. Dieses Ergebnis übertrifft die trockenheitsbedingte schlechte Ernte des Vorjahres um knapp 14 Prozent.

Raps gibt heterogenes Bild ab

Auch die Rapsbestände haben die Wetterkapriolen insgesamt ohne nennenswerte Schäden überstanden, so der DRV weiter. Die hiesige Rapsernte schätzt der Verband nach wie vor auf knapp 5,1 Mio. t. Jedoch zeige sich bei Raps ein heterogenes Bild: Während in verschiedenen Regionen die Ertragserwartungen gestiegen sind, sanken sie im Nordosten Deutschlands aufgrund fehlender Niederschläge spürbar. (pio)
stats