Hohe Erwartungen

DRV hebt Ernteschätzung an


Die Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenbestände in Deutschland sei insgesamt betrachtet "relativ gut". Das sagte Dr. Henning Ehlers, Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), auf dem Verbandstag heute in Berlin. Daher hebt der DRV seine Schätzung für die deutsche Getreideernte 2013 auf 46,2 (Vormonat: 45,5) Mio. t an . Der Fünfjahresschnitt liege bei 45,5 Mio. t Getreide, betonte Ehlers, daher würden deutsche Erzeuger eine "überdurchschnittliche Ernte" einfahren.

Im Einzelnen erwartet der Verband 23,7 Mio. t Weizen oder 10,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Mai hatte der Verband die Weizenernte auf 23,5 Mio. t beziffert. Die Körnermaisernte sieht der DRV nun bei 4,7 Mio. t, das wäre ein Plus von 0,3 Mio. t gegenüber der Mai-Schätzung. Als Grund nennen die Experten die jüngste Flächenschätzung des Statistischen Bundesamts, die einen deutlich geringeren Anbaurückgang gegenüber 2012 als erwartet ausweist. Deutlich steigen gegenüber Vorjahr soll die Wintergerstenernte, und zwar um gut 16 Prozent auf 8,2 Mio. t. Die Rapsernte sieht der Verband unverändert zum Vormonat bei 5,4 Mio. t.

Die gesamte Marktentwicklung betrachtet Ehlers entspannter - vorausgesetzt, das Wetter spiele mit. Bei Weizen sei zwar die Nachfrage global betrachtet gut, doch gleichzeitig wachse nicht nur in Europa, sondern weltweit eine gute Ernte heran, zum Beispiel auch in den Schwarzmeerländern. "Derzeit deutet alles auf gut versorgte Märkte hin", sagte Ehlers auf Anfrage von agrarzeitung.de.

Die aktuelle Hochwasserproblematik wird auch nach Einschätzung des DRV eine untergeordnete Rolle für die Getreidemärkte spielen. Bundesweit könne man davon ausgehen, dass etwa 4 Prozent der Ackerflächen betroffen seien. Dem stünden 96 Prozent der Flächen gegenüber, die von den Niederschlägen der vergangenen Wochen profitiert hätten, hieß es dazu in Berlin. (pio)
stats