Markttendenz
Die Zeichen stehen auf Verkaufen. Zurzeit sind vor allem die großen internationalen Agrarkonzerne auf der Suche sich im norddeutschen Raum mit Ware einzudecken. (da)
Der Frust sitzt in der Landwirtschaft über die schwachen Preise tief. Was die einen erzürnt, findet auf der Händlerseite etwas mehr Gefallen. Durch den Kursrutsch an der Matif in dieser Woche könnte deutscher Weizen für den Export in Drittländer wieder an Attraktivität gewinnen. „Es muss jetzt bald mit dem Exportgeschäft richtig losgehen, sonst gibt es große Überhänge bis zur neuen Ernte“, befürchtet ein Händler. Denn immer noch hat französischer Mahlweizen gegenüber deutschem Brotweizen mit 11 Prozent die Nase vorn.

Hinzu kommen die umfangreichen Lieferungen aus dem Baltikum, die in dieser Größenordnung beim Export so nicht erwartet waren. Ein kleiner Lichtblick ist eine Ausschreibung aus Saudi-Arabien über 770.000 t Weizen zu 12,5 Prozent. Hier könnte Deutschland neben dem Baltikum und Polen eine Rolle als Lieferant spielen. Insofern werden weiterhin Weizenofferten gesucht. Am gestrigen Donnerstag hat B-Weizen in Hamburg mit 149,00 €/t einen neuen Tiefsstand erreicht. Allerdings bei einem Dollarkurs von 1,13 €/t rechnen sich Händler durchaus Chancen aus, im internationalen Handel wieder mitmischen zu können.

Zum Wochenschluss orientiert sich die Warenterminbörse Matif beim Märzkontrakt an den Vorgaben aus Chicago. Der Märztermin bewegt sich um 1,25 €/t nach oben und landet zur Mittagspause bei 147,00 €/t. Raps hingegen kann dem Kursrutsch wenig entgegensetzen und notiert um 0,75 auf 347,75 €/t schwächer als am Vortag. (da)
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