Anbaustatistik

Deutsche Sojafläche wächst schnell


Eine Anbaufläche von rund 198.000 ha weist das Statistische Bundesamt in den vorläufigen Zahlen zur Bodennutzungshaupterhebung für die Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung 2017 aus. Die Fläche ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 6 Prozent gestiegen. Gemessen am Niveau vor zehn Jahren wachsen heute etwa doppelt so viele Körnerleguminosen auf den deutschen Ackerflächen (siehe Grafik).

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Sojabohnen zeigen größtes Wachstum

Die wichtigste Art in dieser Gruppe sind Erbsen, gefolgt von Ackerbohnen und Lupinen. Als vierte Kultur erhebt das Statistische Bundesamt seit vorigem Jahr auch den Anbau von Sojabohnen. Für 2018 weist die Behörde 19.200 ha aus. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die Fläche um etwa ein Fünftel gewachsen. Die größten Sojabohnenflächen befinden sich in Bayern mit rund 8.400 ha sowie in Baden-Württemberg mit etwa 6.900 ha. In den anderen Bundesländern sind es dagegen jeweils nur einige Hunderttausend Hektar Soja.

Die Ölmühlenindustrie führt den steigenden Sojaanbau in Deutschland auf die zunehmende Nachfrage nach gentechnikfreien Sojabohnen zurück und hat Verarbeitungskapazitäten geschaffen. Seit Kurzem hat auch die Ölmühle in Spyck eine getrennte Erfassung und Verarbeitung eingerichtet. Die Ölmühle in Straubing ist seit 2016 in diesem Bereich aktiv.

Sojaschrotbedarf lässt sich nur zu einem Bruchteil decken

Allerdings weist der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid) darauf hin, dass mit dem heimischen Anbau nur ein Bruchteil des deutschen Bedarfs abgedeckt werden kann. Nach Ovid-Zahlen verbraucht Deutschland jährlich 4,2 Mio. t Sojaschrot, das zum Großteil über Importe von Sojabohnen aus Nord- und Südamerika abgedeckt wird. Aus der deutschen Sojaernte 2016 konnten nach Berechnungen von Ovid theoretisch nur etwa 30.000 t Sojaschrot gewonnen werden. Das ist weniger als 1 Prozent des Bedarfs.

Nächstes Jahr nicht mehr als Greening

Eine weitere Motivation für den Sojaanbau ist das Greening. Allerdings sollen ab 2018 keine Pflanzenschutzmittel mehr auf den ökologischen Vorrangflächen erlaubt sein. Das könnte allen Körnerleguminosen, aber besonders dem Sojaanbau, 2018 einen Dämpfer verleihen.

Weniger pessimistisch sind die Betriebsleiter in den Demonetzwerken Erbse/Bohne, Lupine und Soja. Die konventionell wirtschaftenden Betriebe seien zwar nicht begeistert, sehen die Bestimmung aber durchaus gelassen, weil sich der Anbau für sie auch ohne Greening-Zuschuss lohnt. „Die Demonetzwerkbetriebe bauen in der Mehrzahl schon lange Körnerleguminosen an und schätzen ihren Nutzen auch unabhängig von einer Prämie“, kommentiert Ulrich Quendt, Projektleiter des Demonstrationsnetzwerkes Erbse/Bohne. (db)
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