Märkte am Mittag

Deutscher Weizen zu teuer

Markttendenz
Die stabilen Prämien beim Weizen verhindern derzeit eine nennenswerte Marktbelebung. Solange der Export nicht anläuft, sehen die Händler keine festeren Kurse. Es werden jedoch auch keine stark fallenden Kurse gesehen, da die Prämien an der Matif für die kommenden Monate stabil sind. Beim Raps bleiben die Aktivitäten begrenzt. Die Nachfrage an den Märkten für die Rapssaat bleibt weiterhin rege. Die Ölmühlen zeigen sich bis zum Jahresende am Kauf von Raps interessiert. Die Erzeuger verkaufen derzeit aber kaum Ware. Angesichts des knappen Angebotes in der EU wird für das Jahr 2017/18 mit einer Preisbefestigung gerechnet.
An der Matif notiert Weizen für den Dezember-Termin bei 161,75 €/t um 0,25 €/t fester. Bei der Rapssaat notiert der Monat November 2017 bei 365,75 €/t gegenüber gestern mit einem Plus von 0,75 €/t.  

Die Kurse bewegen sich damit überwiegend seitwärts. Die guten US-Exportzahlen verpufften schnell. Anders sieht es in der EU aus, wo die Marktteilnehmer besorgt auf die unterdurchschnittlichen Exportzahlen 2017/18 schauen. Der deutsche Export ist gegenüber der Schwarzmeerregion noch nicht wettbewerbsfähig. Die Umsatztätigkeit ist jedoch gering.

Nachfrage kommt weiterhin nur seitens der Futtermittelindustrie. Der Exporthandel zeigt weniger Interesse an Weizen, denn trotz des schwächeren Kursverlaufs des Euros und auch der höheren Preisforderungen für Weizen aus Russland kommt derzeit kaum ein Exportgeschäft zu Stande. So wurde gerade eine größere Menge von 180.000 t Weizen aus Russland nach Ägypten verkauft. Der Preis inklusive der Fracht nach Ägypten lag bei umgerechnet 181 €/t. In den Seehäfen Hamburg und Rostock liegen die Preise für Brotweizen derzeit um die 163 €/t franko. Berücksichtigt man die Frachtkosten von ca. 35 €/t nach Ägypten, so ist deutscher Weizen preislich im Export noch nicht wettbewerbsfähig. 

Die Raps- und Sojapreise zeigen sich so gut wie unverändert. Eine Trockenheit beeinträchtigt die Aussaat in Brasilien, die schon jetzt verzögert ist. Unterstützung kommt auch von den nassen Erntebedingungen in den USA, die das Einfahren der Sojabohnen verzögern. Die Rapsölexporte Deutschlands erreichten laut statistischem Bundesamt im Wirtschaftsjahr 2016/17 ein Rekordhoch. Mit einer Zunahme von 1,2 Mio. t stiegen sie im Vergleich zu 2015/16 um knapp 13 Prozent. Die Kurse für die Rapssaat liegen um 364 €/t franko Hamburg. Ab Hof lassen sich 354 €/t für die Abnahme im November 2017 erzielen. Damit bleiben die Kurse auf dem Niveau der Ernte 2017. (Ps)
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