Unter dem lahmenden Chinaabsatz leiden die deutschen Anbieter besonders. Die deutschen Schweinefleischexporte in Drittländer gingen von Januar bis April 2017 gegenüber dem Vorjahr um 56.620 t oder 17,2 Prozent auf 273.380 t zurück, berichtet AgE. Zwar konnte etwas mehr Frischware und auch gefrorenen Schinken in Staaten außerhalb der EU verkauft werden, doch glich das die deutlichen Verluste beim Export anderer tiefgekühlter Teilstücke, Speck und Schlachtnebenerzeugnisse nicht aus. Das Chinageschäft litt zudem unter einer wochenlangen Exportsperre von Tönnies und Böseler Goldschmaus.

Ganz anders sieht es im Fall Spaniens aus, das ein Absatzplus von 11,3 Prozent auf 277.870 t verzeichnete. Die Ausfuhr von frischer und gefrorener Ware nahm im Vorjahresvergleich um gut 17 Prozent auf fast 185.000 t zu; bei den Nebenerzeugnissen konnte das Volumen gehalten werden. Die Iberer überholten damit erstmals Deutschland als führende EU-Exportnation von Schweinefleisch und führten rund 4.500 t mehr aus.

Einbußen hinnehmen mussten auch die dänischen Anbieter; für sie wird ein Ausfuhrrückgang von 11,4 Prozent auf 192.800 t gemeldet, während für die Niederländer ein Exportzuwachs von 10,9 Prozent auf 146.440 t ausgewiesen wurde. Noch besser lief es für Polen, das trotz Problemen mit der Afrikanischen Schweinepest seine Schweinefleischverkäufe in Drittländer gegenüber der Vorjahresperiode um gut ein Fünftel auf 79.200 t steigerte und sich damit anschickte, Frankreich mit zuletzt 83.100 t von Platz fünf im EU-Exportranking zu verdrängen. (az)
stats