Märkte am Morgen: Getreide

Die Rally geht weiter

Weizen: Die festeren Vorgaben aus Chicago animierten den Matif-Weizen zu Notizgewinnen bis zu 4,50 €/t. Der Dezember schloss bei 186 €/t. In Chicago legten die Weizenkurse mehr als 9 Cents/Bushel zu. Zwischenzeitlich war der Kursanstieg noch größer. Die Fonds decken weitere Shortpositionen ab, denn beim US-Weizen herrscht Wettermarkt. Die Rally wird von technischen Signalen unterstützt, denn der Chicagoer Weizen notiert oberhalb des gleitenden 100-Tagedurchschnitts und der Matif-Weizen oberhalb des 50-Tagedurchschnitts. Heute Morgen sind die Chicagoer Vorgaben erneut  grün.
 
In den südlichen US-Plains, vor allem in Texas und Oklahoma, aber auch im südlichen Kansas, ist es zum Erntestart zu nass. In den kommenden 7 bis 10 Tagen ist keine Wetterbesserung angesagt. Erste Weizenbestände wachsen auf dem Halm aus und es werden Ertragsdepressionen befürchtet.  Hinzu kommen Spekulationen über zu trockenes Wetter in Teilen Kanadas und Russlands.
 
Für die europäische Weizenernte sieht es dagegen ziemlich unproblematisch aus, auch wenn sie in diesem Jahr vermutlich kleiner ausfallen wird. Strategie Grains hatte kürzlich eine europäische Weichweizenernte von 142,6 Mio. t prognostiziert, ein Minus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frankreich erwartet nach Schätzungen von Analysten mit 38,1 Mio. t eine etwas größere Weizenernte als 2014. Dagegen könnte die Weizenernte in Polen mit 11,1 Mio. t etwa 9 Prozent kleiner ausfallen, vermuten Analysten. Die deutsche Weizenernte hatte der DRV kürzlich auf 26,9 Mio. t und damit 3,2 Prozent kleiner als im Vorjahr taxiert.
 
Die Weizenexporte aus der EU sind weiterhin umfangreich. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 647.000 t Weichweizen gezogen, davon 207.000 t in Deutschland. In der Summe liegen die Lizenznahmen in der EU bei knapp 29,1 Mio. t. In den USA deuten die Exportzahlen von 74.400 t für die alte Ernte das Ende der Kampagne an. Für die neue Ernte lagen die US-Zahlen bei 130.000 t.
 
Mais: Die Chicagoer Kurse profitierten weitestgehend vom festeren Weizen und legten bis zu 5 Cents/Bushel zu. Etwas Unterstützung gab es allerdings durch die ansehnlichen US-Exportzahlen von fast 813.000 t US-Mais für die alte Kampagne.
 
An der Matif konnten die Maiskurse mit Hilfe des Weizens leicht zulegen. Das Plus von 0,50 €/t für den Frontmonat Juni blieb überschaubar. Die Maisimporte in der EU bewegen sich weiter unter Vorjahresniveau. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen von 166.000 t Mais gezogen. Die bisherigen Importlizenzen von rund 8,2 Mio. t Mais liegen deutlich unter dem Vorjahreswert von 13 Mio. t.
 
Die brasilianische Maisernte dürfte besser ausfallen, als zuletzt geschätzt. Die Berater von AgroConsult erwarten eine Ernte von 82,1 Mio. t, die Analysten von Cereles haben ihre Schätzung auf 81 Mio. t angehoben. Dagegen geht das USDA nur von einer Maisernte Brasiliens von 78 Mio. t aus. (St)
stats