Märkte am Morgen: Ölsaaten

Die Rally ist noch nicht vorbei

Sojakomplex: In Chicago wurde der Höhenflug der Sojaschrot-Futures am Vortag erst einmal unterbrochen. Dezember-Notierung gab 17,2 US-$/short-ton oder umgerechnet 19 US-$/t für Sojaschrot nach. Die Bohne verlor 18,6 Cent/bushel im Novemberkontrakt. Gewinnmitnahmen dürften die Ursache für die Korrektur gewesen sein. Die erhebliche Differenz der Schrotpreise zwischen Dezember und Januar hat sich in diesem Zuge etwas reduziert, doch der Frontmonat ist in Chicago immer noch knapp 20 US-$/short-ton teurer als der Folgemonat.  
 
Der extreme Anstieg bei Sojaschrot in Chicagoer gilt nach Einschätzung von Analysten und Marktbeteiligten als überzogen. Viele gehen davon aus, dass sich die Rally in Kürze tot laufen wird, insbesondere dann, wenn sich die Logistikprobleme etwas auflösen. Auch wenn die enge Logistik in den USA als Ursache für die Rally gilt, haben die Fonds zugeschlagen und kräftig mitgemischt. Zur Wochenmitte kauften sie schätzungsweise 16.000 Kontrakte Sojabohnen und 8.000 Kontrakte Sojaschrot.
 
Der IGC hat in seiner in seinem neuen Bericht die globale Sojabohnenernte aufgrund der Aussaat-Probleme in Brasilien um 3 Mio. t auf 307 Mio. t nach unten korrigiert. Das Hamburger Analystenhaus Oilworld hatte in dieser Woche ebenfalls die Schätzung der globalen Sojabohnenernte auf knapp 308 Mio. t zurückgenommen.
 
Raps: Auch bei Raps dürften Gewinnmitnahmen den Notierungen zugesetzt haben. Nach einer volatilen und sehr aktiven Sitzung, in der Raps in einer Bandbreite von +4,00 €/t bis -6,00 €/t gehandelt wurde, gaben die Kurse auf allen Terminen nach. Der November notierte 5,25 €/t niedriger als am Vortag. Der IGC geht für die kommende Ernte eine rückläufige Raps-Aussaatfläche von 4 Prozent in der EU aus.
 
In Winnipeg profitierten die Canola-Futures von charttechnisch bedingten Käufen und einer guten Nachfrage der kanadischen Ölmühlen. Der Frontmonat November zog 7,20 Can-$/t an.
 
Rohöl: Der Druck hält an. WTI verlor mehr als 1 US-$/Barrel, Brent gab 0,88 US-$/Barrel nach. Auslöser für die neuerliche Schwäche dürfte die Ankündigung der amerikanischen Notenbank FED gewesen sein, den Anlauf von Anleihen und Finanzpapieren von zuletzt monatlich noch 15 Mrd. US-$ einzustellen. Die anziehende Konjunktur in den USA rechtfertige keine weiteren Käufe, so die US-Notenbank. Allerdings will sie die Zinsen weiterhin auf nahezu Null-Niveau halten. (St) 
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