MARS-Prognose

Differenz von Millionen Tonnen


Großes Rätsel: wie viel Weizen ist wirklich gedroschen worden?
-- , Foto: Arvalis
Großes Rätsel: wie viel Weizen ist wirklich gedroschen worden?

Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS hat in seinem Bericht vom Wochenanfang die Ertragserwartungen für Getreide und Raps im Vergleich zum Vormonat nach unten korrigiert. MARS geht aber nach wie auf EU-Ebene vor einem Durchschnittsergebnis aus.

Grund für diesen Optimismus ist in Brüssel, dass 2016 die regionalen Abweichungen erheblich sind. Rekordverdächtige Getreideernten in Spanien, Rumänien und Ungarn stehen schwachen Ergebnisse in Teilen Nordwesteuropas und Nordosteuropas gegenüber. In dieser Beobachtung sind sich zwar alle Analysten einig. Große Unterschiede gibt es jedoch im Urteil, inwieweit sich Mehr- und Mindererträge ausgleichen – und wie groß die Einbußen in den Regionen mit ungünstigem Witterungsverlauf tatsächlich sind.

Große Abweichungen bei Weizen

Auffallend zurückhaltend beurteilt MARS die Ertragsrückgänge in den beiden wichtigsten Anbauländern für Getreide und Raps – Frankreich und Deutschland.
  • MARS geht zum Beispiel für französischen Weichweizen von einem Ertragsrückgang im Vergleich zum Fünfjahresmittel um 11 Prozent aus – die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) rechnet mit minus 21 Prozent.
  • MARS nennt für deutschen Weizen 2016 einen Durchschnittsertrag von 7,8 t/ha – der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat vor wenigen Tagen 7,5 t/ha geschätzt.

Läge der Prognosedienst der EU-Kommission mit seinen Zahlen richtig, würden nach überschlägigen Berechnungen von agrarzeitung.de in Frankreich rund 5 Mio. t mehr Weichweizen gedroschen als bei den von Agreste vermuteten Erträgen. Für Deutschland errechnen sich mit MARS-Erträgen etwa 1 Mio. t Weizen mehr als mit den vom DRV geschätzten Ergebnissen. Die Liste der Beispiele lässt sich für die anderen Getreidearten und Raps beliebig fortsetzen.

Euphorische Erwartungen an Körnermais

Spannend wird es auch, wie sich die Prognosen für Körnermais entwickeln. MARS geht im Durchschnitt aller EU-Länder von einem Ertrag aus, der um 4 Prozent höher als der fünfjährige Mittelwert liegt. In Deutschland sollen es sogar 10,7 t/ha Körnermais werden, was 8 Prozent mehr der fünfjährige Mittelwert wäre. Regelrecht euphorisch sind die Erwartungen des EU-Prognosedienstes an ungarischen Mais. Hier sollen 7,5 t/ha anstehen, was 30 Prozent mehr als der übliche Ertrag wäre. (db)
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