Baden-Württemberg

Dinkel enttäuscht im Südwesten

Die Landwirte in Baden-Württemberg fahren trotz regional ausgeprägter Frühjahrstrockenheit und Hitzewelle im Sommer im mehrjährigen Vergleich eine Durchschnittsernte ein. Gegenüber dem Vorjahr sind die Erträge jedoch um rund 10 Prozent niedriger. Dafür stimmen die Proteinwerte und die Fallzahlen. 

Für die kommenden Monate gilt es, den Markt gut zu beobachten. Diesen Rat erteilt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg heute beim Ernte-Gespräch in Stuttgart-Mühlhausen an seine Berufskollegen.

Angesichts schwieriger Vegetationsbedingungen bezeichnete Ruckwied die Getreideerträge bei ordentlichen Qualitäten häufig besser als erwartet. Regional hätten schwache Standorte aufgrund zu geringer Niederschläge Ertragseinbußen zu verkraften. Die hohen Sommertemperaturen führten regional zur Notreife. Auch auf den Öko-Lanbau ging Ruckwied ein. Die Erträge seien mit Ausnahme von Dinkel in Ordnung. Aufgrund der oft direkten Vermarktungswege wie an Bäckereien fallen die Preisschwankungen jedoch nicht so deutlich aus wie beim Weizen.

Im Ertrag fällt die Rapsernte landesweit enttäuschend aus. Dieser liegt deutlich unter dem Vorjahr.Das Tausendkorngewicht ist relativ gering. Die Ölgehalte sind mit 42 bis 45 Prozent wieder in Ordnung.

Alle Vermarktungsmöglichkeiten nutzen

Die meisten Marktanalysten gehen weltweit von sinkenden Vorräten und einer 2015 ähnlich hohen Getreidenachfrage wie 2014 aus. Ruckwied sieht auch im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16 Exportchancen für deutsches Getreide. Es gilt, alle Vermarktungsmöglichkeiten in den kommenden Monaten zu nutzen, fordert Rukwied. Damit sollten die Liquidität der Höfe gesichert und notwendige Investitionen getätigt werden können.  (da)
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