Märkte am Morgen: Getreide

Druck auf Getreidepreise hält an

Weizen: An allen Ecken und Kanten des Globus spricht man nur noch über große Getreideernte. Die Aussichten für die europäische Weizenernte sind ausgezeichnet und auch in der Schwarzmeerregion lassen sich große Getreideernten erwarten. Selbst die USA werden eine halbwegs ordentliche Weizenernte einfahren, trotz der schwachen Erträge in den Hard-Red-Winterweizengebieten der südlichen Plains.
 
In Chicago gaben die Kurse erneut nach. Die kurze technische Stabilisierung des Vortags war nur Makulatur. Inzwischen nähert sich die Julinotierung in Chicago der psychologisch wichtigen Stützungslinie von 6 US-$/Bushel oder in Euro umgerechnet rund 160 €/t. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 343.400 t werden neutral bewertet. Die USA haben inzwischen 99 Prozent ihrer geplanten Weizenausfuhren in den Büchern.
 
Die Matif schließt für die beiden vorderen Termine neutral. Der November kann sich mit 191 €/t oberhalb der Widerstandslinie halten. Dennoch bleibt der Unterton aufgrund der hohen Ernteerwartungen schwach. Die europäischen Weichweizenexporte laufen auch zum Ende der Kampagne noch flüssig. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 285.000 t Weichweizen gezogen. Damit haben sich die Ausfuhren in diesem Wirtschaftsjahr auf 26,7 Mio. t summiert.
 
Mais: Die Chicagoer Mais Futures gaben erneut nach. Ausgezeichnete Wetterbedingungen für die heranwachsende Maisernte lassen gute Maiserträge erwarten. Einzelne regionale Unwetter trüben das positive Bild nur am Rande. Analysten gehen inzwischen davon aus, dass sich aufgrund der derzeitigen Wetterlage die vom USDA prognostizierten Durchschnittserträge von 165,3 bushel/acre  oder knapp 10,4 t/ha erreichen lassen - möglicherweise sogar noch mehr. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 570.300 t Mais lagen auf ähnlichem Niveau wie in der Vorwoche. Die vom USDA geschätzten Maisexporte für diese Kampagne sind inzwischen zu 96 Prozent realisiert. China hat zwei neue Schiffslieferungen mit Mais aus den USA storniert.
 
An der Matif hat der Juni Kontrakt heute seinen letzten Handelstag. Am Vortag gaben die Kurse geringfügig nach, der Juni schloss bei 168 €/t. Die europäischen Maiseinfuhren halten weiterhin ein hohes Niveau. Die EU-Kommission hat 306.000 t neue Importlizenzen vergeben. Damit summieren sich die Einfuhrlizenzen für Mais in diesem Wirtschaftsjahr auf 13,6 Mio. t. (St)
stats