Märkte am Morgen: Getreide

Druck auf Weizen setzt sich fort

Weizen: An der Matif fallen die Weizenkurse für die neue Ernte nach einem Minus von 2  €/t auf 199 €/t und verlieren die „2“ vor der Notierung. Anhaltender Druck aus Chicago und die Aussichten auf eine gute europäische Weizenernte drückten auf die Stimmung.
 
Strategie Grains hebt in seinem neuen Monatsbericht die Schätzung für die europäische Weizen-Gesamternte auf 145,5 Mio. t an. Für Weichweizen erwarten die französischen Analysten eine Ernte von 137,4 Mio. t, die 2,3 Mio. t über der Vorjahresernte liegen würde. Parallel dazu gehen sie von einem Anstieg der Weizenbestände in der EU um 1 Mio. t auf 14,7 Mio. t zum Ende der Kampagne 2014/15 aus.
 
Nach der schwächeren Vorwoche legten die europäischen Weichweizenexporte wieder zu. Möglicherweise half der etwas schwächere Euro. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen für 424.000 t Weichweizen gezogen, davon 164.000 t in Deutschland. Damit haben sich Lizenzziehungen für Weichweizen in diesem Wirtschaftsjahr auf knapp 25,7 Mio. t summiert.
 
In Chicago gab Weizen weiter nach. Die Aussicht auf weitere Regenfälle in den südlichen Plains drückte auf die Stimmung. Ob der späte Regen noch viel hilft, bleibt abzuwarten. Auf dem internationalen Parkett hat sich der US-Weizen ziemlich ausgepreist. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 252.000 t, davon knapp 55.000 t für die alte Ernte, fielen dürftig aus.  Allerdings endet das laufende Wirtschaftsjahr in den USA aber auch zum Ende dieses Monats.
 
Mais: Die Maisfutures in Chicago zeigen wenig Eigenleben und folgten diesmal dem schwächeren Weizen. Die Kurse gaben nach. Das Wetter im Mittleren Westen lässt in dieser Woche erhebliche Fortschritte bei der Maisaussaat erwarten. Die vergleichsweise niedrigen US-Exportzahlen von 390.000 t in dieser Woche drückten ebenfalls. Das US Analystenhaus Informa nähert sich mit seiner Schätzung der US-Maisaussaatfläche von 91,6 Mio. acres an die USDA Zahlen an.  
 
Auch in Paris folgte Mais dem schwachen Weizen und gab für die alte Ernte bis zu 2,50 €/t nach. Das gehandelte Volumen war mit mehr als 4000 Kontrakten für Mais vergleichsweise hoch - vermutlich wurden zur Monatsmitte Optionen aufgelöst. Strategie Grains erwartet in der EU eine kommende Maisernte von 65,9 Mio. t und liegt damit 1,2 Mio. t höher als die USDA-Prognose.
 
Die lebhaften Maisimporte in die EU halten an. In dieser Woche wurden 448.000 t neue Importlizenzen gezogen. Damit haben sich die Lizenzziehungen für Drittlands-Einfuhren auf mehr 12,7 Mio. t aufaddiert. (St)
stats