Märkte am Morgen

Druck auf Weizennotierungen hält an


Weizen: An der Matif orientierten sich die Kurse an den schwachen Chicagoer Vorgaben und schlossen bis zu 4 €/t im Minus. In Chicago fiel Weizen unter die psychologisch wichtige Marke von 7 US-$/Bushel oder umgerechnet 257 US-$/t. Im südlichen US-Weizengürtel bringt der zweite Wintersturm in diesem Jahr weitere Niederschläge. Die Bodenfeuchtigkeit in den Bundesstaaten, die zuvor lange unter Trockenheit litten, kann sich weiter verbessern. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen fielen mit 576.000 t niedriger als in der Vorwoche aus. Sie sind jedoch ein Indiz dafür, dass die US-Exportverladungen in Gang kommen.

Die Übernahme der Weizenbörse in Kansas durch Chicago könnte zu einer Neugewichtung der führenden US-Weizensorten führen, wird spekuliert. Reuters mutmaßt, dass Hard-Red-Winterweizen der neue Benchmark für die US-Weizennotierungen werden könnte. In Chicago wird der etwas proteinschwächere Soft-Red Winterweizen notiert, Kansas notiert den Hard-Red-Winter. Die HRW-Ernte in den USA ist im Schnitt aber etwa 2,5 mal so groß wie die SRW-Ernte. Allerdings müsse dazu ein erhebliches Umdenken in den Köpfen der Chicagoer Händler einsetzen, schreibt Reuters.
 
Mais: Technische Gegenreaktion in einem überverkauften Markt hielten die Chicagoer Maisnotierungen trotz schwachen Bohnen und Weizen im grünen Bereich. Die Getreidebörse im argentinischen Rosario hat zudem die Schätzung für die Maisernte in Argentinien um 500.000 auf 25,5 Mio. t zurückgenommen. Die USDA Schätzung liegt noch 2,5 Mio. t darüber. Die Wetteraussichten für die argentinische Ernte sehen derzeit unproblematisch aus.  
Hand in Hand mit Weizen marschierten die Matif-Maisnotierungen ins Minus und schlossen 2,25 €/t für den März schwächer.
 
Sojakomplex: Die Sojabohne stand erneut unter starkem Druck. Die Notierungen fielen zeitweise kräftig ab, konnten aber bis Börsenschluss die Verluste noch halbieren. Sojaschrot kam dagegen gut weg, es gab nur kleinere Kursabschläge. China hat einen weiteren Kauf von 120.000 t Sojabohnen in USA getätigt. Doch dies wurde der Börse ignoriert, denn die wöchentlichen US-Exportanmeldungen fielen mit 742.006 t deutlich kleiner als in der Vorwoche aus.

Aus Südamerika kamen dagegen bullischere Meldungen. Die Börse in Rosario schätzt die argentinische Sojabohnenernte nur noch auf 48 Mio. t. Dies ist die niedrigste Schätzung, die zurzeit kursiert. Das USDA ging zuletzt noch von 53 Mio. t aus. In Argentinien hat es zudem am Wochenende geregnet und weitere Regenfälle sind im Anzug. Für Brasilien haben Analysten die Ernte auf 82,2 Mio. t nach unten korrigiert. Das USDA schätzte zuletzt 83,5 Mio. t Bohnen für Brasilien.
 
Raps: Für Raps sah es bei der Bohnen-Talfahrt teilweise ziemlich duster aus. Die Kurse fielen bis knapp 9 €/t in den Keller. Bei Börsenschluss kam es dann nicht ganz so knüppeldick. Dennoch stand am Mai ein Minus von 5,75 €/t. Auch in Winnipeg notierte Canola-Raps ähnlich schwach.
 
Rohöl: Rohöl erlebt eine wechselhafte Sitzung -  je nach Stand der Wahlberichte aus Italien. Die knappe Mehrheit für Bersani verhalf den Brent Crude Ölnotierungen zu leichten Notizgewinnen. WTI geriet etwas unter Druck, als US-Regierungskreise Signale für eine diplomatische Lösung beim Atomstreit mit dem Iran ausmachten. Das Embargo kostet den Iran Agenturberichten zufolge jeden Tag rund 99 Mio. Dollar durch entgangene Einnahmen an Rohöl. (St)
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