Märkte am Morgen: Ölsaaten

Druck auf Ölsaaten setzt sich fort

Sojakomplex: Der Sojakomplex stand mit den schwachen Finanzmärkten und Sorgen um die chinesische Konjunkturentwicklung unter Druck. Die Bohnen notieren auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Der November verlor 12,6 Cent/bushel und fällt auf 8,65 US-$/bushel. Sojaschrot gibt für Dezember 3,2 US-$/short ton nach und bleibt ebenso wie Sojaöl schwach. Die Wetterbedingungen für die US-Ernte sind bis in den September hinein vorteilhaft für die Bohnen. Heute Morgen sind die Vorzeichen in Chicago erstmal grün. Es bleibt abzuwarten, ob sie halten, denn in den Vortagen löste die Parkettbörse anfängliche Gewinne wieder auf.  
 
Befürchtungen über eine rückläufige Nachfrage Chinas nach Sojabohnen belasten die Ölsaaten zurzeit stärker als die übrigen Agrarmärkte. Schließlich liegt der chinesische Importbedarf bei jährlich 77 Mio. t Sojabohnen. Allerdings stehen die Crush-Margen bei der Soja-Verarbeitung in China massiv unter Druck. Analysten erwarten trotz der Konjunkturabkühlung Chinas kaum eine Einschränkung beim Soja-Verbrauch. Der Markt zeigt aber wenig Vertrauen in die jüngsten Maßnahmen der Zentralbank Chinas und erwartet von ihnen keinen nennenswerten Schub für ein Wirtschaftswachstum.
 
Raps/Palmöl: In dem schwachen Gesamtumfeld hat Raps derzeit keine Chance, nach oben zu kommen. Der November verlor an der Matif wieder 3 €/t und schloss bei knapp unter 352 €/t. Die Börsenaktivitäten in Paris waren erneut lebhaft.
 
In Winnipeg ließen der schwache Sojakomplex und negative charttechnisch Signale die Canola-Kurse 7,70 Can-$/t für den November fallen. Die einsetzende Rapsernte dürfte zudem für etwas saisonalen Druck sorgen, auch wenn die Farmer zurzeit nicht willens sind, aus der Ernte heraus zu verkaufen.
 
Der Palmölmarkt bleibt unter Druck. Der Oktober verlor erneut 44 Ringgit und die Börsenkurse Malaysia sind auf den niedrigsten Stand seit sechseinhalb Jahren gefallen. Die problematischeren Absatzmöglichkeiten nach China und das gesamte schwache Umfeld begleiten den Absturz.
 
Rohöl: Kurzfristige positive Signale lösen sich im Sitzungsverlauf wieder auf. Brent gab seinen Tagesgewinne ab und notierte behauptet mit 43,14 US-$/Barrel. WTI verlor 0,71 US-$/Barrel und fiel auf 38,60 US-$ ab. Die um 5,5 Mio. Barrel kräftig gefallenen wöchentlichen US-Rohölbestände gaben nur kurzzeitig Schützenhilfe. Deutlich gestiegene Gas- und Benzinbestände sorgten wieder für einen Vorzeichenwechsel. (St) 
stats