Märkte am Morgen: Getreide

Druck aus Übersee hält an

Weizen: Schwächere Chicagoer Notierungen und rückläufige Weizenpreise in den russischen Häfen in Verbindung mit einem stabileren Eurokurs gegen den Dollar drückten etwas auf den Matif-Weizen. Die beiden vorderen Termine verlieren mit 0,25 Cents aber nur wenig. Der März schließt bei 181,50 €/t. Für den in der kommenden Woche auslaufenden Dezember-Kontrakt finden zwar stetige Glattstellungen statt, ein Teil des Engagements wird jedoch in die Folgemonate März und Mai geschoben.
 
In Chicago setzen die schwachen US-Weizenexporte und eine bessere Bonitierung der US-Winterweizenbestände die Kurse erneut unter Druck. Der vordere Markt verlor bis zu 4 Cent/bushel. Der März fiel auf 471,40 US-$/bushel und markierte ein neues Kontrakttief. Zum Wochenanfang hatte das USDA die Bonitierung der US-Weizenbestände in den Kategorien ‚gut/exzellent‘ um 2 Prozent auf 55 Prozent angehoben.
 
Russland kann nach Einschätzung der Analysten von SovEcon mit einer Getreideernte von 103,7 Mio. t rechnen. Davon wird es vermutlich 30 Mio. t exportieren. Die Ukraine rechnet sich Chancen für Weizenlieferungen in die Türkei aus, falls die russischen Sanktionen gegen Türkei auch den  Weizenhandel betreffen sollten.
 
Jordanien hat einen Weizentender über 100.000 t für Lieferung ab der zweiten Februarhälfte kaufen können. Der Preis des optionalen Weizens lag bei 235 US-$/t cif. Zuvor hatte Jordanien acht Weizentender wegen fehlenden Offerten streichen müssen. Nun will das Land einen weiteren Tender über 100.000 t Weizen eröffnen.
 
Mais: Short-Abdeckungen und die Anhebung der Mindestbeimischung von Ethanol durch den EPA-Beschluss bescherte den Chicagoer Maisnotierungen grüne Vorzeichen. Der März legte 2 Cent/bushel zu und schloss mit 3,74 US-$/bushel. Analysten gehen davon aus, dass die Entscheidung der EPA einen 1,7 Prozent höheren Maisverbrauch für Ethanol in den USA auslösen wird.
 
Die Fonds setzte in der Vorwoche auf weiter fallende Preise und haben ihre Short-Positionen in Chicago auf einen Kontraktumfang von 12,7 Mio. t kräftig ausgebaut. Die Maispreise an der Chicagoer Börse bewegen sich allerdings seit der Korrektur nach dem USDA-Dezemberreport in einer vergleichsweise kleinen Bandbreite seitwärts.
 
An der Matif notierte Mais bei minimalen Notizverlusten knapp behauptet. Der Januar schloss mit 165,25 €/t.
 
Die Farmer in Argentinien werden Schätzungen der Saatgutwirtschaft zufolge den  Maisanbau um mindestens 10 Prozent gegenüber der zuletzt geschätzten Fläche  ausdehnen. Die Börse in Buenos Aires war vor der Wahl des neuen Präsidenten Macri  noch von einer Fläche von 2,7 Mio. Mais ausgegangen. (St)
 
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