Märkte am Morgen: Getreide

Dürre-Rally gestoppt

Weizen: Heftige Reaktionen löste am Donnerstag der mit großen Erwartungen gespickte monatliche Wasde-Report des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) aus. Die Welt ist reichlich mit Weizen versorgt. Der Kursanstieg für Weizen dürfte nach den Wasde-Zahlen für August zumindest so lange vorbei sein, bis in Nordamerika geerntet wird. Zwar berücksichtigen die US-Analysten die kleinere Ernte in der EU und mögliche Ertragseinbußen in den USA bei Sommergetreide. Vielmehr blieb jedoch die Produktionsmenge, die sich erstmals auf Basis der Feldbestände in den USA orientierte, im Rahmen.

Mögliche Verluste beim Sommerweizen könnten durch ordentliche Erträge beim Winterweizen kompensiert werden. Aber gerade die unglaublichen Mengen, die Russland mit 77 Mio. t Weizen in diesem Jahr ernten soll, dürften die globalen Endbestände 2017/18 ansteigen lassen. Gegen diese fundamentalen Faktoren können die Börsen am Donnerstag nichts ausrichten.

An der Chicagoer Börse gibt der November-Kontrakt für Weizen um fast 4 Prozent auf 4,42 US-$/bushel ab und erreicht damit den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Von diesen ernüchternen Informationen blieb auch die Börse in Minneapolis/Kanada nicht unbeeindruckt, wo vor allem die Sommerkulturen aus Nordamerika gehandelt werden. Auch hier schickte der Wasde-Bericht den meist gehandelten Dezember-Kontrakt für Sommerweizen auf einen Niedrigstand von 7,20 US-$/bushel.


Mais: Auch beim Mais weist der August-Wasde nicht den vorab erwarteten Bestandsrückgang 2017/18 in der Höhe aus, den sich private Analystenhäuser vorstellten. Die Regierung macht selten große Anpassungen an ihre August-Maisernte-Projektionen. Sie sind die Ersten, die Feldberichte in ihre Umfragen einbeziehen. Damit zerbröselten zunächst die Argumente für weitere Kursanstiege beim Mais wohl solange, bis die Mähdrescher beginnen zu rollen und vielleicht doch nicht die Erträge einbringen, die das USDA erwartet.

Denn immer noch glauben Landwirte daran, dass die Dürre im Juli die Pflanzen geschädigt hat. Doch derzeit herrscht bestes Sommerwetter wie im August üblich. An der CBoT erreichte der Maisfuture im späten Handel mit 3,70 US-$/bushel den seit zehn Monaten tiefsten Stand. (da)


 



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