MARS-Prognose

Dürre und Kälte kosten Ertrag


Der EU-Prognosedienst MARS setzt die Erwartungen für die Erträge von Gerste und Raps deutlich herab. Hochgerechnet auf die gesamte EU könnte das ungewöhnliche Wetter der vergangenen Wochen 2 bis 3 Prozent Gersten- und Rapsertrag gekostet haben, schätzen die EU-Experten. Damit hat sich der weitgehend optimistische Ausblick von vor einem Monat deutlich eingetrübt. Im April hatten die Agrarmeteorologen bei der EU-Kommission zwar auch schon die Kältewelle auf dem Radar. Aber dass die niedrigen Temperaturen bis Ende April reichen und dann im Mai noch Spätfröste folgen, war zwar zu fürchten, stand aber noch nicht fest.

In Spanien ein Drittel weniger

Einzelne Länder sind besonders von Ausfällen betroffen. In Spanien hatte der nationale Bauernverband Asaja in der Vorwoche bereits von einer Halbierung der Ernte im Vergleich zum Vorjahr gewarnt. MARS rechnet aktuell für Spanien im Landesdurchschnitt mit einem Rückgang der Weizen- und Gerstenerträge im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Drittel. Für viele Wintergetreidebestände seien die Regenfälle in der zweiten Maiwoche zu spät gekommen, stellen die EU-Meteorologen fest.

Rote und blaue Streifen im Wechsel

Im aktuellen MARS-Bericht sind als Wettereextreme auf der Europakarte für den Zeitraum 1. April bis 27. Mai (Prognose) große Flächen mit roten Streifen (anhaltende Trockenheit) und blauen Streifen (Kälte bis zweite Maiwoche) gekennzeichnet. Außerdem ist in Nordafrika eine ungewöhnliche Hitzewelle (Hot and Dry) vermerkt.

-- , Karte: EU-Kommission

Abstriche an den Erträgen machen die EU-Beobachter außer in Spanien auch in Nordfrankreich, wo neben der Trockenheit die Folgen der Kältewelle die Vegetation beeinträchtigt hat. Deutlich zu trocken ist es nach der Zusammenstellung von MARS nach wie vor im Westen Italiens und in England. Die Kältewelle wiederum hat darüber hinaus vor allem die Rapsblüte in Deutschland, Polen und Zentraleuropa beeinträchtigt.

Getreideeschätzung in Deutschland noch im Mittel

In Deutschland hat MARS vor allem die Rapserträge nach unten gesetzt. Mit 3,5 t/ha wären sie zwar etwas höher als im schwachen Vorjahr, aber 10 Prozent geringer als im Fünfjahresdurchschnitt. Dem Winter- und Sommergetreide hat die Kälte dagegen weniger zugesetzt, meinen die Brüsseler Beobachter. Es seien zwar keine Rekorderträge zu erwarten, aber ein Ergebnis nahe dem mehrjährigen Durchschnitt sei noch drin, so MARS. (db)
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