Märkte am Mittag

Durchhalteparolen für die Gerste


Markttendenz
Anziehende Matif-Kurse hellen die Stimmung in der Landwirtschaft auf. Wegen der unbeständigen Witterung steht hinter der Qualität des Getreides noch ein Fragezeichen.
Großen Andrang gab es heute beim Vorerntegespräch der Wilhelm Fromme GmbH am Standort Salzgitter-Beddingen. Gespannt lauschten die Besucher den Ernteaussichten des Geschäftsführers Kurt Fromme. Wegen der strengen Richtwerte für die Stickstoffdüngung, wie sie die Düngeverordnung vorsieht, ist Fromme vorsichtig mit Engagements für Qualitätsweizen. Bevor er diese eingehe, möchte er erst die Ernte und Qualitäten abwarten, sagte Fromme heute bei der Kundenveranstaltung am firmeneigenen Standort in Salzgitter-Beddingen.

Schon im Vorjahr sei es schwierig gewesen, die Nachfrage vor allem nach E-Weizen mit 14,5 Prozent Protein zu bedienen. Das dürfte mit der neuen Düngeverordnung noch schwerer werden. Für B-Weizen ex Ernte nennt Fromme eine Spanne von 150 bis 160 €/t je nach Fracht und Qualität. Futterweizen rät er den Landwirten, sofort zu verkaufen. Spannung verspricht die Gerste. Diese Getreideart ist in diesem Jahr in Deutschland und in der EU knapp, vor allem wegen der Missernte in Spanien führte Dr. Klaus Schumacher aus.

„Auf der Basis von 130 bis 140 €/t werden wir bei der Gerste ex Ernte aufsatteln“, sagte Fromme. Doch zusammen mit Schumacher vertröstete er was den Export betrifft auf die 2. Hälfte des neuen Wirtschaftsjahres 2017/18. „In der ersten Phase bis Oktober müsse man durchhalten. Hier stehen Russland und die Ukraine bereit. Dann seien Aufschläge von 5 bis 10 €/t auf die Erntepreise möglich, stellt der Agrarhändler in Aussicht. Jedoch seien diese Prämien zum Teil schon eingepreist.

Die umfangreichen Einkäufe von Brotroggen von Seiten der Betreiber von Biogas und Biosprit sieht Fromme positiv. Diese Nachfrage führten zu einer Stabilisierung der Preise. Brotroggen mit 180 und 200 Fallzahl sei eine Spezialität. Da seien 5 bis 10 €/t auf den normalen Preis durchaus drin.

An der Matif geht es heute mittag richtig zur Sache. Der Septemberweizen legt um 2,75 auf 179,50 €/t zu. Auch Raps legt seine Bescheidenheit der Vorwochen ab und eröffnet die neue Woche mit 5,25 auf 367,75 €/t. Für Raps zeichnet Fromme eine düstere Zukunft. Die hohen Treibhausgase bei der Verarbeitung dürfte zu erheblichen Rückgängen bei Biodiesel führen. Damit einher ginge aber auch das Fehlen von heimischen Rapsschrot für die Verfütterung. (da)
stats