Branchentreff

Durchwachsene Stimmung in Bremen


Mit 450 Teilnehmer war die Bremer ‚Freimarktsbörse‘ sehr gut besucht.
-- , Foto: St
Mit 450 Teilnehmer war die Bremer ‚Freimarktsbörse‘ sehr gut besucht.

Die Stimmung auf der gestrigen norddeutschen Gemeinschaftsbörse, war bei den rund 450 Teilnehmern nicht schlecht, aber unterschwellig etwas verhalten. Die Getreide- und Futtermittelmärkte zeigten zurzeit keinerlei bullische Tendenzen, so der Tenor. Allenfalls aus dem El-Niño-System ließen sich mögliche gegenteilige Signale für das neue Jahr ableiten, war zu hören. Übereinstimmend berichteten die Börsianer von einem sehr ruhigen Getreidegeschäft.
 
Der Drittlandsexport vom Weizen zeigt keinerlei Anzeichen einer Belebung und die Mühlen in der Nordhälfte Deutschlands sind für die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahres sehr gut mit Weizen versorgt. Im Schnitt müssen sie nur noch 20  bis 25 Prozent ihrer benötigten Weizenmengen eindecken. Auch für die erste Hälfte des neuen Wirtschaftsjahres haben sie bereits 20 bis 25 Prozent ihrer Weizenkäufe abgeschlossen.
 

Mischfutterindustrie wartete auf fallende Preise

 
Die Mischfutterindustrie hat dagegen noch Kaufbedarf und für Januar/Juni Schätzungen zufolge erst 20 bis 25 Prozent ihrer benötigten Futtergetreidemengen kontrahiert. Der Handel ist äußerst ruhig, denn die Erfassungshändler können die Preise, die sie in der Ernte an die Erzeuger bezahlt haben, noch immer nicht am Markt einlösen. Im neuen Kalenderjahr würden sie vermutlich mit größeren Getreidepartien an den Markt kommen, war zu hören. Die Kraftfutterwerke setzen auf weiter rückläufige Futtergetreidepreise.
 
Nach übereinstimmenden Aussagen hat die nordwestdeutsche Mischfutterindustrie in diesem Jahr so viele Futtermittel-Kontrakte auf lange Termine abgeschlossen, wie noch nie. Im Schnitt müssten nur noch rund ein Drittel der üblichen Futtermittelmengen im Tagesgeschäft verkauft werden, verlautete es aus Kreisen der Mischfutterindustrie.
 
Bei Futtermitteln zeichneten sich weiter rückläufige Rapsschrotpreise im Zuge niedriger Sojaschrotpreise ab, so die Einschätzungen der Börsenteilnehmer. Allerdings mache der feste Dollar den Schrotpreisen in Europa zu schaffen, war zu hören. Ein Anstieg des US-Dollarkurs um 5  Cents gegenüber dem Euro habe Sojaschrot um 15,0 €/t verteuert.

Alle Anzeichen sprächen für eine dritte sehr große Sojabohnenernte hintereinander. Brasilien gehe offiziell von einer Ernte von über 100 Mio. t und Argentinien von über 60 Mio. t Sojabohnen aus. Analysten zufolge könnte die Sojabohnenpreise in Chicago auf 8,40 bis 8,50 US-$/bushel und die Schrotpreise auf 280 US-$/short ton absinken.  (St)
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