Im vergangenen Jahr erreichte der Export von Schweinefleisch aus der europäischen Union Rekordhöhen. Laut EU-Kommission wurden insgesamt fast 3,27 Mio. t Schweinefleisch in Drittländer verkauft; das waren 231.600 t oder 7,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine gewichtige Rolle dabei spielte China. Der hohe Importbedarf des Landes ließ die Zahlen in die Höhe klettern. Die bisher höchste Ausfuhrmenge, ausgedrückt in Schlachtgewichtsäquivalenten, war im Jahr 2011 mit 3,25 Mio. t erzielt worden, berichtet die Lebensmittelzeitung.

Preise unter Vorjahresniveau

Zulegen konnten 2015 gegenüber dem Vorjahr nach Kommissionsangaben auch die Exporterlöse aus dem Schweinefleischverkauf, und zwar um 339 Mio. Euro oder 6 Prozent auf 5,97 Mrd. Euro. Wertmäßig wurde jedoch kein Topergebnis erzielt. Denn die Preise lagen gegenüber früheren Jahren auf einem eher unterdurchschnittlichen Niveau. Im Mittel erlöste 2015 die in Drittländer verkaufte Tonne 1831 Euro; im Vorjahr waren es noch 1859 Euro gewesen.

Einbruch im Hongkonggeschäft

Die Steigerung des Drittlandsabsatzes von EU-Schweinefleisch wäre ohne den Aufschwung im Chinahandel nicht möglich gewesen. Mit einer Menge von 1,11 Mio. t konnte gut die Hälfte mehr Ware in die Volksrepublik verkauft werden als 2014. Dem stand allerdings ein deutlicher Rückgang der Ausfuhren nach Hongkong um 29 Prozent auf nur noch 291.000 t gegenüber, wofür geringere Liefermengen an gefrorener Ware und Nebenerzeugnissen gleichermaßen verantwortlich waren. In der Vergangenheit wurde ein großer Teil der China-Exporte über Hongkong abgewickelt. Die chinesische Regierung legt nun Wert auf direkte Einfuhren durch Fleischunternehmen, die von den chinesischen Lebensmittelbehörden auditiert wurden.

Deutschland baut Marktanteil in China aus

Vom größeren Einfuhrbedarf in China haben die deutschen Exporteure von Schweinefleisch im besonderen Maße profitiert. Sie haben dort ihren Marktanteil spürbar ausbauen können. Der chinesischen Außenhandelsstatistik zufolge orderten die Importeure in der Volksrepublik 2015 mit 205.300 t fast doppelt so viel frische und gefrorene Ware in der Bundesrepublik wie 2014. Der Bezug von Schlachtnebenerzeugnissen nahm um knapp die Hälfte zu. Damit war Deutschland mit Abstand wichtigster Auslandslieferant für China.

Auch Spanien legt deutlich zu

Insgesamt lag der deutsche Drittlandabsatz von Schweinefleisch und Nebenerzeugnissen 2015 nach Angaben der EU-Kommission bei 828.000 t, womit er um 17 Prozent größer ausfiel als 2014. Noch besser lief es nur bei den spanischen Exporteuren, die bei ihren Verkäufen in Drittländer ein kräftiges Plus von 30 Prozent auf 515.100 t realisierten. Auch hier spielten die merklich gestiegenen Ausfuhren nach China eine wichtige Rolle. (az)
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