Globaler Milchmarkt

EU-Käseexporteure suchen Alternativen

Nach einer Analyse des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA hat China in den ersten Monaten diesen Jahres in „atemberaubendem" Tempo Milchpulver am Weltmarkt bezogen. Wichtigstes Produkt ist Vollmilchpulver, von dem China bis Mai 2014 rund 70 Prozent mehr als in den ersten fünf Monaten 2013 importiert hat. Deswegen hat das Washingtoner Ministerium die Importprognose für China deutlich nach oben gesetzt. Im gesamten Kalenderjahr 2014 könnten die Vollmilchimporte auf 1,0 Mio. t anwachsen. Im Vergleich zu 2013 würde der Anstieg 54 Prozent betragen. Hinzu kommen außerdem noch umfangreichere chinesische Käufe von Magermilchpulver, Käse und Butter.

Trotz dieser hohen chinesischen Nachfrage registriert das USDA Preisdruck am Weltmarkt für Milchprodukte. Vor allem die Notierungen für Vollmilchpulver sind gefallen. Anfang Juli nennt das Ministerium ein Niveau von 3.700 US-$/t fob Neuseeland im Vergleich zu noch 5.100 US-$/t Anfang Januar 2014. Grund dafür ist das schnell wachsende Angebot an Milch.

In der EU-28 erwartet das USDA 2014 eine Milcherzeugung von 144 Mio. t. Im Vergleich zu 2013 beträgt der Anstieg 3 Prozent. Die höhere Menge wird voraussichtlich in einem steigenden Angebot von Käse und Magermilchpulver münden, so das USDA. Käse ist in der EU vor allem am Binnenmarkt gefragt. Dagegen wird der Export nach Beobachtungen des USDA 2014 auf hohem Niveau stagnieren, aber nicht weiter steigen.

Vor allem der Absatz nach Russland stockt - aus politisch motivierten Handelsbeschränkungen und wegen der schwachen russischen Währung, die dort Importe verteuert. Das USDA geht jedoch davon aus, dass insgesamt die EU-Exporte von Magermilchpulver, Vollmilchpulver und Butter in diesem Jahr weiter zulegen können. (db)
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