Exportmarkt

EU-Weizen weit abgeschlagen


Nur 2,7 Mio. t Weizen haben die EU-Länder seit 1. Juli in Drittländer bis zum 6. September 2017 ausgeführt. Das sind 48 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Seine führende Position als wichtigster Exporteur hat nun wieder Frankreich mit 1,1 Mio. t Weizen bis Stichtag 6. September eingenommen. Rumänien folgt auf Platz 2 mit knapp 600.000 t und dann kommt Deutschland mit enttäuschenden rund 476.500 t Weizen. Die Gründe für das schlechte Abschneiden im Export sind bekannt: der starke Euro schadet der Wettbewerbsfähigkeit, die große russische Ernte in Russland und in der Schwarzmeerregion und eine etwas geringere Nachfrage aus Nordafrika. Größere Chancen rechnen sich die EU-Länder ab 2018 aus, wenn die russischen Exporte überwiegend ausgeliefert sind. Derzeit ist der Hamburger Kassamarkt ohne Impulse. Die Prämien für B-Weizen sind auf 2 €/t auf den Dezember an der Euronext für Weizen zusammengeschrumpft. Zur Ernte waren es auf den Dezember-Termin bis zu 8 €/t.

Agypten vermutet Mohn in französischem Weizen

Ein schwieriger Kunde scheint weiterhin Ägypten zu bleiben. Der weltweit größte Weizenkäufer beabsichtigt Agenturmeldungen zufolge 59.000 t Weizen aus Frankreich zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuschicken. Die Einkaufsagentur Gasc beruft sich auf Prüfer, die wahrscheinlich Mohnsamen im Weizen festgestellt haben. Die Partien werden jetzt in Quarantänelager gelegt und weiter untersucht. Das ist bereits, die zweite Lieferung, die von Ägypten in Gewahrsam genommen wird. Vor Kurzen wurden 63.000 t Weizen aus Rumänen ebenfalls wegen Mohnbestandteile konfisziert. Schon im Vorjahr trieb Ägypten den Exporteuren wegen der gewünschten Nulltoleranz von Mykotoxinen Schweißperlen auf die Stirn. Sollten sich die Funde bestätigen, drohen Rumänien und Frankreich die Auslistung als Käuferländer der Gasc.

Hohe Maisimporte

Wie erwartet hoch sind derzeit die Maisimporte in die EU-Länder besonders nach Spanien und Portugal. Vom 1. Juli bis 6. September 2017 wurde mit 2,5 Mio. t doppelt so viel Mais in die EU eingeführt wie vor einem Jahr.

Die Exportnation USA ist derzeit durch die Hurrikans an den Küsten stark im Export beeinträchtigt. Die Schiffe mit Weizen und Soja können nicht auslaufen und treffen mit langen Verspätungen an ihren Destinationen ein. (da)
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