Märkte am Morgen: Getreide

EU-Weizenexport holt auf

Weizen: Die Weizenkurse an der Matif profitierten von freundlicheren Vorgaben aus Übersee und schlossen gut behauptet. Der März kann sich knapp unter 164 €/t halten. In Chicago profitierten die Weizennotierungen von cif-Käufen und Shortabdeckungen. Der März notierte nach einem überschaubaren Kursgewinn bei 4,75 US-$/bushel.
 
Der Weizenexport aus der EU legt weiter zu. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 511.000 t erteilt, die sich in dieser Kampagne auf gut 14 Mio. t Weichweizen summiert haben. Die erteilten Exportlizenzen liegen damit nur noch 8,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
 
Ägypten hat seinen Weizenkauf über 235.000 t abgeschlossen. Der Tender wurde mit jeweils 60.000 t Weizen aus Frankreich und Rumänien sowie 55.000 t aus Russland gefüllt. Der Durchschnittspreis bei dem Deal lag bei 189,17 US-$/t auf cif-Basis.
 
Strategie Grains korrigierte seine Erwartung an die kommende europäische Weichweizenernte um 500.000 t auf 143,1 Mio. t nach unten. Gegenüber dem Vorjahr würde sie damit 7,1 Mio. t niedriger ausfallen. Für die kommende Kampagne erwarten die französischen Analysten weiterhin gute Exportchancen von knapp 29 Mio. t Weizen.
 
Der IGC erwartet für 2016/17 eine globale Weizenernte von 706 Mio. t, ein Minus von 25 Mio. t gegenüber der 2015er-Ernte. Die hohen Endbestände werden sich Ansicht der Londoner Analysten aber nur geringfügig abbauen. Für diese Kampagne hat der IGC  seine Schätzung der globalen Endbestände um 5 Mio. t auf 213 Mio. t angehoben. Seine Berechnungen liegen aber  deutlich unter den äußerst bärischen USDA Zahlen von 232 Mio. t.
 
Die Getreidebörse in Buenos Aires hat die Exportprognose für den argentinischen Weizen um 200.000 t auf 10,3 Mio. t angehoben. Das argentinische Agrarministerium erwartet diesem Jahr eine Weizenernte des Landes von 11 Mio. t. Das USDA taxierte die diesjährige argentinische Ernte zuletzt auf 10,5 Mio. t.
 
Mais: Die Mais-Futures in Chicago ruderten nach Gewinnmitnahmen und einsetzenden  Verkäufen der US-Farmer wieder etwas zurück. Die Kursverluste blieben überschaubar, der März schloss mit 3,67 US-$/bushel. Auch die etwas rückläufige wöchentliche US-Ethanol-Produktion drückte auf die Notierungen.
 
An der Matif konnte sich Mais kurzfristig fangen. Der März notierte nach einem leichten Plus bei 145 €/t. Die umfangreichen Maiseinfuhren in die EU halten an. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen für 941.000 t Mais gezogen. Sie haben sich damit in dieser Kampagne auf 8,1 Mio. t summiert und liegen mehr als 3,9 Mio. t über dem vergleichbaren Vorjahreswert.
 
Der IGC hat in seinem neuen Monatsbericht die globale Maisernte um 8 Mio. t auf 959 Mio. t nach unten korrigiert. Die Korrektur der globalen Endbestände um ‚nur‘ 4 Mio. t auf  196 Mio. t deutet einen etwas höheren Verbrauch an. Das USDA taxierte in seinem  Januar-Report die globalen Endbestände auf 209 Mio. t.
 
Gerste: Die Nachfrage nach Gerste aus der EU bleibt stetig. In dieser Woche wurden 144.000 t neue Exportlizenzen gezogen. In der Summe haben sie sich auf 5,9 Mio. t Gerste addiert. Strategie Grains erwartet in diesem Jahr eine europäische Gerstenernte von 60,1 Mio. t und damit eine etwas kleinere Ernte als im Vorjahr. (St)
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