Märkte am Morgen: Getreide

EU-Weizenexporte enttäuschen


Weizen: An der Matif profitierten die Weizen-Futures von festeren Vorgaben aus Chicago und gestiegenen Maiskursen. Der Dezember macht 1 €/t gut und schloss mit  164,50 €/t bei vergleichsweise ruhigen Handel. Der europäische Weizen-Future der CME setzt  sich nach einem Kursgewinn von 1,50 €/t für den Dezember und einem Schlusskurs von 176 €/t noch weiter von dem Matif-Kontrakt ab.  
 
Am Hamburger Markt haben sich die Prämien am Kassamarkt aufgebessert. Für Weizenbasis 12 % Protein werden für Dezember-Lieferung Briefkurse von 4,50 €/t genannt, die Kaufideen liegen 1 €/t darunter.
 
In Chicago gewinnt Weizen zum dritten Mal hintereinander mit kleineren Shortabdeckungen. Der Dezember legt 3 Cent/bushel auf 4,14 US-$/bushel zu. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 646.000 t Weizen kamen besser als erwartet herein.
 
Dagegen verliert der europäischen Weizenexport erheblich an Schwung. In dieser Woche wurden nur neue Exportlizenzen über 222.000 t Weichweizen vergeben. Mit 7,7 Mio. t in dieser Saison liegen sie aber noch 800.000 t über den vergleichbaren Vorjahreswert.
 
In Argentinien deutet sich eine deutlich größere Weizenernte als im Vorjahr an. Das USDA-Büro vor Ort taxiert das Potenzial der argentinischen Ernte auf 14,4 Mio. t. Dies wäre die größte Ernte seit fünf Jahren und 3,1 Mio. t mehr als im Vorjahr. Damit könnte Argentinien wieder 3 bis 4 Mio. t Weizen nach Brasilien exportieren.
 
Mais: Die Chicagoer Notierungen gewannen mit charttechnischen Käufen, denn der Mais schaffte den Sprung über den gleitenden 100-Tagedurchschnitt. Der Dezember legte 3,4 Cent/bushel auf 3,57 US-$/bushel zu. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von knapp 800.000 t fielen dagegen niedriger als erwartet aus.
 
Der IGC korrigiert in seinem neuen Report die Schätzung der globalen Maisernte um 8  Mio. t auf 1,035 Mrd. t nach oben. Für die USA gehen die Londoner Analysten mit 382,5 Mio. t von der gleichen Ernteerwartung wie das USDA aus.
 
Mais/Gerste: An der Matif macht Mais weiter Boden gut. Der November legte 1,75 €/t auf knapp 167 €/t bei vergleichsweise lebhaften Handel zu. Kleiner als erwartete  Maiserträge in Frankreich und zurückhaltende Verkäufe aus der Ernte heraus sowie Shortabdeckungen für die Stärkeindustrie am französischen Kassamarkt trieben die Kurse.
 
Die Maisimporte in die EU laufen bisher verhalten an. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen über 157.000 t Mais gezogen, die sich damit auf 2,5 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr addierten. Der Gerstenexport aus der EU ist faktisch zum Erliegen gekommen. In dieser Woche wurden gerade einmal neue Exportlizenzen von 4.000 t für Gerste gezogen. (St) 
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