Rabobank-Prognose

EU-Weizenvorräte auf 10-Jahres-Hoch

Der Bär setzt sich am Weizenmarkt klar gegen den Bullen durch.
-- , Foto: Thomas Lehnacker / pixelio.de
Der Bär setzt sich am Weizenmarkt klar gegen den Bullen durch.

An der Matif in Paris hat der Weizenkurs zuletzt deutlich nachgegeben, und die Rabobank zeigt in ihrem monatlichen Marktbericht keine bullischen Impulse auf. Im Gegenteil. So bleibt der EU-Weizenexport bereits aktuell 15 Prozent hinter der Vorjahreslinie zurück. Bis zum Ende der Saison 2015/16 geht die Rabobank davon aus, dass die Exporte unterhalb der Marke von 30 Mio. t bleiben und das Ergebnis des Vorjahres um bis zu 20 Prozent verfehlen. Deutlich optimistischer ist das US-Landwirtschaftsministerium USDA, das derzeit für 2015/16 noch EU-Weizenexporte von 32,5 Mio. t in Aussicht stellt.

Ägypten-Chaos belastet Markt zusätzlich

Das schleppende Exportgeschäft hat zur Folge, dass die EU-Endbestände an Weizen um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr anwachsen werden auf ein 10-Jahres-Hoch. Belastet haben den EU-Exportmarkt zuletzt die Unsicherheiten im Handel mit Ägypten. Der weltweit größte Weizenimporteur hat seinen Grenzwert für Mutterkornbesatz überraschend gegenüber bislang geltenden Kontraktbestimmungen gesenkt. Dadurch sei Ägypten in einigen Weizentendern nur wenig Ware angeboten worden. Aus Handelskreisen war zudem von Risikoaufschlägen bei Ägyptengeschäften die Rede. In der Folge hat Ägypten nur wenig Weizen gekauft und den übervollen Weltmarkt nicht entlastet.

Gemessen an den bärischen Aussichten fallen die Preisprognosen für Matif-Weizen der Rabobank-Analysten vergleichsweise positiv aus, auch wenn die Bank ihren Ausblick gegenüber dem Vormonat gesenkt hat. Für das 1. Quartal 2016 nennt die Rabobank für Weizen an der Matif einen Kurs von 160 €/t. Er könnte dann im 2. und 3. Quartal auf 165 €/t steigen. Für das Schlussquartal 2016 rechnet die Bank mit 170 €/t.

Schwächste Saison seit 1971/72

Auch für den US-Weizenmarkt bleiben die Aussichten getrübt. Nach Angaben der Rabobank hinkt der US-Weizenexport 18 Prozent hinter dem Vorjahr her. Den Analysten zufolge könnten die USA auf die schwächste Exportsaison seit 1971/72 zusteuern. Der feste US-Dollar gerät den US-Amerikanern zum Wettbewerbsnachteil gegenüber Schwarzmeer-Ländern und Südamerika. Und gerade Südamerika wird stärker. Argentinien dürfte den USA künftig mehr Konkurrenz machen, nachdem der neue Präsident dort die Exportabgaben gesenkt hat. (pio)
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