Exportprognose

EU verlädt mehr Weizen

Um 0,7 Mio. t haben die Marktbeobachter die Prognose für die EU-Endbestände 2013/14 an Weizen in ihrem monatlichen Report „Stratégie Grains“ gesenkt. Sie sehen die Vorräte am Ende der laufenden Saison nun bei 12,4 Mio. t.

Mit dieser Anpassung tragen die Analysten den umfangreichen Exporten in Drittstaaten Rechnung. Vor allem in Polen, Deutschland und Rumänien verliefen die Verladungen bis Anfang März rege. Daher schraubt Tallage seine Exportprognose um 1,3 Mio. t im Vormonatsvergleich auf 25,6 Mio. t hoch. In Frankreich hingegen laufe der Export verhaltener, sodass dort mit höheren Endbeständen zu rechnen sei.

Unabhängig von den Entwicklungen in der Ukraine-Krise erwartet Tallage im weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres eher wieder nachgebende Weizenpreise. Selbst wenn es in Folge der politischen Spannungen zu Beeinträchtigungen im Export aus der Schwarzmeerregion kommen sollte, seien die Auswirkungen gering, so die Analysten. Denn der verbleibende Ausfuhrüberschuss aus den Ländern, der dann gegebenenfalls auf andere Herkünfte umgelenkt werden müsste, sei niedrig.

Die EU-Weizenernte 2014 schätzen die Franzosen auf 137,7 Mio. t, das sind 3 Mio. t mehr als 2013. Die Drittlandsexporte sollen mit 22,4 Mio. t rund 3 Mio. t hinter dieser Saison zurückbleiben. Dennoch haben die Analysten ihre Exportprognose gegenüber dem Vormonat um 0,7 Mio. t angehoben, um ein etwaiges Umschwenken von ukrainischen auf europäische Herkünfte durch vorsichtige Importeure zu berücksichtigen. Insgesamt geht der EU-Export gegenüber dem Vorjahr zurück, da der weltweite Weizenhandel kleiner ausfallen dürfte. Hauptgrund sind geringere Erwartetungen an die Nachfrage des Irans und Chinas.

In Deutschland beurteilt Tallage den Zustand der Winterkulturen als gut. Allerdings sei es seit Februar vor allem im Osten des Landes trocken gewesen, sodass nun Niederschläge benötigt würden. Dies gelte auch für die bereits ausgesäten Sommergerstenbestände, damit die Pflanzen sich gut entwickeln können. (pio)
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