Märkte am Morgen: Getreide

EZB überlagert Agrarmärkte

Weizen: Das Aufkaufprogramm der europäischen Zentralbank EZB von Staatsanleihen in Billionenhöhe schickte den Euro auf Talfahrt und brachte die Weizenkurse an der Matif etwas nach oben. Die vorderen Termine notierten in Paris nach einem leichten Plus gut behauptet. Der feste Dollar stützt die europäischen Weizenmärkte und sorgt für anhaltend gute Exportaussichten. Die Weizenausfuhren aus der EU laufen auf unverändert hohem Niveau. In dieser Woche wurden neue Ausfuhrlizenzen für Weichweizen von 728.000 t gezogen. Die Lizenzziehungen summieren sich damit auf mehr als 16 Mio. t.
 
In Chicago stand Weizen unter leichtem Druck und die Notierungen gaben etwas nach. Das schwache Exportpotenzial für den US-Weizen und bessere Feuchtigkeitsverhältnisse in den Böden des Weizengürtels durch die Schneeschmelze drückten auf die Stimmung.
 
Das Agrarministerium der Ukraine hat sich mit den Exporteuren über eine Beschränkung der Weizenausfuhren geeinigt. Danach sollen bis Juni dieses Jahres nur noch 1,2 Mio. t Weizen das Schwarzmeerland verlassen. Für das erste Quartal können 900.000 t Weizen exportiert werden, die weiteren 300.000 t verteilen sich auf die restlichen Monate des Wirtschaftsjahres.
 
Der IGC bleibt in seinem neuen Report bei seiner Schätzung der globalen Weizenernte von 717 Mio. t. Bei der Bilanz nahmen die Londoner Analysten allerdings Korrekturen vor. Aufgrund eines niedrigeren Weizenverbrauchs korrigierten sie die globalen Endbestände um 3 Mio. t auf 196 Mio. t nach oben.
 
Die argentinische Regierung gibt mit 13,9 Mio. t eine sehr optimistische Schätzung für ihre diesjährige Weizenernte ab und hat die vorherige Prognose um 700.000 t angehoben. Die offiziellen Zahlen liegen deutlich über der Schätzung der Getreidebörse in Buenos Aires von 11,2 Mio. t und den USDA-Zahlen von 12 Mio. t für Argentinien.
 
 
Mais: Das interessanteste am Maismarkt war die neue IGC-Schätzung. Der Londoner Getreiderat korrigiert seine Vormonatsprognose der globalen Maisernte um 10 Mio. t und damit ungewöhnlich kräftig auf 992 Mio. t nach oben. Er toppt die USDA-Schätzung um rund 5 Mio. t. Die höhere Ernteprognose schlägt sich in der IGC-Bilanz allerdings nur mit einer überschaubaren Korrektur (+1,0 Mio. t) der globalen Endbestände auf 194 Mio. t nieder.
 
In Chicago stand Mais mit gestiegenen wöchentlichen US-Ethanol-Beständen und einer höheren US-Ethanolproduktion unter Druck. Der März verlor 4,2 Cent/bushel.
 
An der Matif gewann Mais mit schwachem Dollar und legte 1,25 €/t zu. Für die EU-Maisernte hat der IGC seine Schätzung um 1,2 Mio. t auf 74,6 Mio. t angehoben. Die Maisimporte in die EU sind stetig. In dieser Woche wurden neue Einfuhrlizenzen von 138.000 t Mais gezogen. (St) 
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