Rindfleisch

Einfuhr und Verzehr steigen moderat


Deutschland importierte im vergangenen Jahr 327.000 t Rindfleisch, das waren 4,8 Prozent mehr als im Jahr 2014. 86 Prozent der Einfuhren stammen aus anderen EU-Ländern, vor allem aus den Niederlanden, Frankreich und Italien, berichten der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) und der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie. Ein großer Teil der Lieferungen aus den Niederlanden stamme allerdings nicht aus der dortigen Produktion, betonen die Verbände. Ursprünglich handle es sich dabei vor allem um Fleisch aus Südamerika und den USA, das über Rotterdam in die EU gelange. Dieser „Rotterdam-Effekt“ werde in der Außenhandelsstatistik nicht berücksichtigt.

Argentinien gewinnt, Brasilien und die USA verlieren

Aus Drittländern wurden rund 43.000 t (plus 1,1 Prozent) direkt nach Deutschland eingeführt. Argentinien ist mit 19.000 t (plus 2,2 Prozent) weiterhin der mit Abstand wichtigste Lieferant außerhalb der EU. Uruguay steht in der Rangliste der Lieferländer mit 8.200 t (minus 2,7 Prozent) auf dem zweiten Platz. Rückläufig waren auch die Einfuhren aus Brasilien (7.800 t/minus 7,2 Prozent) und den USA (4.000 t/minus 10,2 Prozent).

EU-Nachfrage schwächelt, Norwegen ordert mehr

Die deutschen Ausfuhren von Rindfleisch sind um 2,4 Prozent auf 315.000 t gesunken. Der Rückgang wurde durch geringere Lieferungen in EU-Länder verursacht, die fast 90 Prozent der Exporte abnehmen. Wichtigste Zielländer sind hier die Niederlande, Frankreich und Italien. Das Volumen des Drittlandexports war im Jahr 2015 mit 32.800 t etwa 3,8 Prozent höher als 2014. Wichtigste Ursache für die Steigerung war eine deutliche Zunahme der Ausfuhren von Rindfleisch nach Norwegen (plus 170 Prozent auf 17.000 t). Die Lieferungen dorthin sind sehr stark abhängig von den Zöllen, die je nach Marktsituation angehoben und gesenkt werden. Zweitwichtigstes Zielland ist die Schweiz mit 9.800 t (minus 21,8 Prozent).

Schlachtung und Erzeugung weiter rückläufig

2015 wurden in Deutschland 3,5 Millionen Rinder (minus 1,5 Prozent) geschlachtet. Die erzeugte Fleischmenge sank um 0,9 Prozent auf 1,1 Mio. t. Der Pro-Kopf-Verzehr von Rindfleisch ist in Deutschland leicht um 0,1 auf 9,2 kg angestiegen. Im Rindfleischsektor sei die Lage am heimischen Markt weitaus besser als beim Schweinefleisch, stellen die Verbände fest. Offensichtlich liege Rindfleisch als hochwertiges Qualitätsprodukt im Trend der Verbraucher. Dies gelte auch für die Importe vor allem aus Südamerika und anderen Ländern, die Premiumfleisch liefern.

Fehlende Veterinärvereinbarungen bremsen Drittlandexport

Die Fleischwirtschaft bedauert, dass die international wachsende Rindfleischnachfrage kaum bedient werden könne, da Deutschland wegen fehlender Veterinärvereinbarungen insbesondere mit den asiatischen Ländern vom internationalen Exportmarkt abgeschnitten sei. Das deutsche Exportgeschäft spielt sich deshalb mangels Alternativen nahezu vollständig in Europa ab. (SB)
stats