Märkte am Morgen: Ölsaaten

Enge US-Bilanz treibt Sojabohnenpreise

Sojakomplex: Der Sojakomplex setzt am Freitag seine Rallye fort. Die Sojabohne legte für Juli 6,40 US-$/t und Sojaschrot mehr als 7 US-$/t zu. Die Reaktionen auf den neuen USDA-Report setzen mit Verzögerung ein, denn zunächst ließ sich Chicago von der Aussicht auf eine riesige kommende US-Sojabohnenernte von fast 99 Mio. t beeindrucken. Dann gewannen die Bullen mit dem Argument einer sehr knappen alterntigen US-Bilanz wieder die Oberhand. Die US-Endbestände in dieser Kampagne wurden um 170.000 t auf 3,5 Mio. t nach unten korrigiert. Und das, obwohl das USDA parallel dazu die Sojabohnenimporte in die USA um 680.000 t auf 2,5 Mio. t anhob. Die enge Bilanz dürfte die Chicagoer Sojanotierungen noch eine Weile auf einem hohen Niveau halten.
 
Bei seiner Schätzung für die kommende US-Ernte geht das USDA allerdings von sehr guten Sojabohnenerträgen von 45,2 bushel/acre aus. Sie würden 4,6 Prozent höher als im Vorjahr ausfallen. Aus den möglichen US-Endbeständen von 9 Mio. t für 2014/15 leiten sich zwar bärische Signale ab, von denen sich die Börsianer aber nicht sonderlich beeindrucken ließen.
 
Raps: Die Erholungsphase bei Raps setzte sich fort. Die Kurse zogen 2 t €/t an. Die freundliche Tendenz wurde noch durch den festeren Sojakomplex verstärkt. Winnipeg ging das Chicagoer Tempo nicht mit. Der alterntige Juli notierte zwar leicht fester, doch die Termine der neuen Ernte konnten sich nur knapp behaupten.  
 
Rohöl: Nach festem Start drehten die Rohölnotierungen noch ins Minus. Brent schloss 0,15 US-$/Barrel schwächer. WTI fiel wieder unter die 100-Dollarmarke. Die unübersichtlichen Lage in der Ostukraine nach den beiden Volksreferenden in den Donezk und Lugansk könnten für weitere geopolitische Risikoprämien sorgen: Die hohen Rohölbestände in den USA von fast 400 Mio. Barrel wirken eher Preisdämpfend. (St)
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