MARS-Prognose

Erträge in der EU weit gestreut

Einen Getreideertrag in Vorjahreshöhe prognostiziert der EU-Prognosedienst MARS. Hinter dem Wert von 5,3 t/ha für alle Getreidearten in der EU-28 verbergen sich jedoch große regionale Unterschiede. Dafür macht MARS in seinem heute veröffentlichten Monatsbericht die wechselhafte Witterung in Europa verantwortlich.

Geringere Getreideerträge sind im Baltikum und in Finnland zu erwarten, wo im kühlen Juni die Kornfüllung unzureichend war. In Spanien ist es dagegen für hohe Erträge seit dem Frühjahr viel zu trocken. Eher zu reichliche Niederschläge erleben seit Mitte Juli dagegen Deutschland, Frankreich und Italien. So günstig der Regen für die Ertragsbildung der Sommerkulturen ist, so stark behindert er aktuell den Drusch von Wintergetreide.

Wetterscheide quer durch Europa

Bis Ende des Monats sagt MARS voraus, dass es in Spanien und Portugal, in Nord- und Osteuropa sowie in der Schwarzmeerregion heißer und trockener als üblich sein wird. Dagegen ist es in Mittel- und Westeuropa einschließlich Norditalien und dem westlichen Balkan voraussichtlich niederschlagreicher. Deutschland befindet sich zurzeit zwischen den beiden Zonen - feuchter ist es im Westen und heiß-trockener im Osten.

So unterschiedlich das Wetter in Deutschland ist, so heterogen sind auch die voraussichtlichen Ertragsergebnisse. Überdurchschnittlich sind die Erwartungen im Norden. Dagegen konnten die Getreidebestände in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Einbußen aus dem trockenen Juni meist nicht kompensieren.

Sehr hoher Rapsertrag

Durchweg optimistisch beurteilt MARS die Erwartungen für Raps. Der EU-weite Durchschnittswert 2014 von 3,3 t/ha läge weit über dem Vorjahreswert und dem mehrjährigen Durchschnitt. In Deutschland nennt MARS einen möglichen Rapsertrag 2014 von 4,2 t/ha -  6 Prozent mehr als im Vorjahr und fast 11 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. (db)
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