Märkte am Mittag

Erzeuger spekulieren auf steigende Preise


Der ruhige Markt für Backweizen wird in ganz Süddeutschland von einer durchaus festen Grundstimmung gekennzeichnet. Das Angebot aus der Landwirtschaft wird immer dünner. Dies wird unter anderem auch mit den laufenden Frühjahrsarbeiten erklärt. Es liegen aber ohnehin nur noch kleinere Restpartien an Qualitätsweizen auf den bäuerlichen Höfen.

Etliche Erzeuger hoffen offensichtlich auf steigende Preise zum Ende des Wirtschaftsjahres. Dies wiederum setzt kurz gedeckte Verarbeiter voraus. Noch ist jedoch der Anschlußbedarf der Verareiter in Bayern und Baden-Württemberg nur schwer einzuschätzen. Die Nachfrage der Mühlenindustrie ist gegenwärtig jedenfalls uneinheitlich. Wegen des großen Preisabstandes zur neuen Ernte wird meist nur der laufende Bedarf geordert. Dabei werden die Vorgaben der internationalen Terminbörsen am aktuellen Kassamarkt kaum beachtet.

Mahlweizen zum Termin Mai wird an der Pariser Matif heute Mittag mit 240,75 €/t bewertet. Das entspricht einem Abschlag von 0,75 €/t gegenüber Vortag. Der folgende Novemberkontrakt wird mehr als 30 €/t schwächer bewertet als der alterntige Termin und notiert aktuell bei 209 €/t. Das sind 1,25 €/t weniger als am Donnerstag. Deutlicher geben die Pariser Rapskurse nach. Der Frontmonat Mai liegt bei 484,50 €/t und folglich mit 3,75 €/t in den Miesen. Der Termin August wird 3,25 €/t schwächer bewertet als am Vortag mit 434,50 €/t.

Nach Auskunft des Bayerischen Müllerbundes in München, müssen Verarbeiter, die noch Anschlussbedarf haben, derzeit je nach Region für A-Weizen zwischen 247 und zum Teil über 260 €/t franko anlegen. Die neue Ernte ist verstärkt in den Fokus der Marktteilnehmer gerückt. Die Mühlen versuchen in aller Regel nur den Teil zu decken, der durch Mehlkontrakte abgesichert ist. Aktuelll herrscht wieder ein sehr angespannter Wettbewerb am Mehlmarkt. Marktbeobachter sprechen sogar von ruinösen Verhältnissen in den südlichen Regionen.

B-Weizen der neuen Ernte wird nach Informationen des Bayerischen Müllerbundes mit 195 €/t und A-Weizen mit etwa 200 €/t franko besprochen. (HH)
stats