Märkte am Morgen: Getreide

Euronext-Weizen verliert


Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzte am vorigen Freitag für die Sommerweizen-Sorte Hard Red Spring (HRS) eine Produktion von 416 Mio. bushel und übertrifft damit bei Weitem die Erwartungen. Den durchschnittlichen Ertrag von Weizen gibt das USDA mit 41,0 bushel/acres an; er liegt damit deutlich unter den 47,3 bushel/acres vor einem Jahr. Viele Farmer haben in den von Trockenheit betroffenen Gebieten ihre geschädigten Bestände vorzeitig geerntet und als Viehfutter verwendet.

Der Dezember-Weizen ist an der CBoT um 6,75 Cent auf 4,48 US-$/bushel gefallen. Vor allem in den Anbaugebieten von Sommerweizen ist die Fläche stark eingeschränkt worden. Weizen entwickelt sich immer mehr zu einer Rotationsfrucht, sagte ein Händler. Die Farmer richten ihren Fokus mehr auf Soja und Mais und erhoffen sich bei diesen Kulturen höhere Erlöse. An der Minneapolis Grain Exchange (MGEX) notiert der Hard Red Spring Wheat für Dezember bei 6,23 US-$/bushel, ein gewaltiger Spread zum Winterweizen an der CBoT. Gerade die Anbauregionen Minnesota und North Dakota waren von der Trockenheit stark betroffen.

Die zuletzt gestiegenen Weizenpreise an der Euronext in Paris dürften nur von kurzfristiger Dauer gewesen sein. Schon am vergangenen Freitag gaben die Notierungen für den Dezember-Weizen an der Euronext um 0,50 auf 166 €/t nach. Viele Faktoren sprechen für eine Fortsetzung der guten Versorgung. In den Schwarzmeerländern geht die Aussaat der Winterungen flott voran und in Südafrika steigen die Bestände.

Auf dem Exportmarkt muss die EU langsam Fahrt aufnehmen. Vielleicht könnte der schwächere Eurokurs helfen. Immerhin schätzt das US-Landwirtschaftsministerium für 2017/18 die Ausfuhrmengen von Weizen aus der EU auf rund 28,5 Mio. t. Danach sieht es derzeit nicht aus. Aktuell besteht gegenüber dem Vorjahr ein Rückstand von 40 Prozent mit 3,8 Mio. t. Fraglich ist, ob Algerien auf seiner Suche nach Weizen in Frankreich vorbeischaut. Syrien will 3 Mio. t Weizen in den kommenden Jahren in Russland kaufen, wartet aber noch auf "das ok" aus Russland für die Kreditfinanzierung.

Mais: Die Maisimporte in die EU nehmen unaufhörlich zu. Dennoch gibt der Maiskontrakt an der Euronext am vergangenen Freitag leicht nach und endet bei 155,50 €/t. An der CBoT schließt der Novembert-Mais im Plus bei 3,55 US-$/bushel. Das USDA hatte für Mais einen Rückgang der Bestände um 58 Mio. bushel ausgewiesen.

Eurokurs: Der Euro hat am Freitag seine Kursgewinne vom Vortag verteidigt. Die Gemeinschaftswährung wird bei 1,18 US-$/t gehandelt. Die Schwäche des Eurokurses hält nach der Bundestagswahl vor einer Woche weiter an. Damit verbessern sich die Exportchancen für die EU. (da)
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