Fleischmarkt

Europäische Schlachter investieren in Russland

Russland wird attraktiv für europäische Fleischunternehmen. Das britische Internetportal GlobalMeatNews.com berichtet von deutschen und dänischen Betrieben, die sich in dem Markt, der 144 Millionen Verbraucher umfasst, verstärkt engagieren wollen. Über eine ins Land verlagerte Produktion sollen Handeslbeschränkungen umgangen werden.

So plant Europas größter Schweineschlachter, Tönnies, ein Fleischwerk in Südrussland. Das Investitionssumme soll rund 5,4 Mrd. Rubel (umgerechtenet etwa 85 Mio. €) betragen. Damit würde in Begorod, nahe der ukrainischen Grenze ein Schlachthof mit einer Kapazität von rund 730.000 Schweinen pro Jahr gebaut werden - er wäre einer der größten des Landes. Laut Tönnies-Sprecher soll in den nächsten Monaten Baubeginn sein. Ein Grundstück von 30 ha Größe hat das Unternehmen bereits erworben. Geplant ist, den überwiegenden Teil der Produktion im Land zu vermarkten. Nur etwa 30 Prozent würden in Richtung Vereinigte Staaten oder Europa exportiert werden.

Konsum verdoppelt

Auch der dänische Fleischkonzern Idavang, der bereits in Litauen und Russland Standorte hat, will sein russisches Engagement ausweiten. GlobalMeatNews.com zufolge soll die derzeitige Schlachtkapazität von 300.000 Schweinen um knapp 100.000 Tier erhöht werden. Dazu plant Idavang ein neues Werk in der Nähe von St. Petersburg. 

Hintergrund für das verstärket Engagement sind laut GlobalMeatNews.com auch die veränderten Konsumgewohnheiten der Russen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre soll sich der Verzehr von Schweinefleisch verdoppelt haben. (kbo)
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