Märkte am Morgen: Getreide

Euroschwäche hilft Matifweizen

Weizen: Der feste Dollar half den Weizen-Futures an der Matif noch einmal auf die Sprünge. Der Dezember macht 2 €/t gut und schloss knapp unter 186 €/t. Der März knackt die 190er-Hürde. Damit haben sich die Kurse an der Matif auf den höchsten  Stand seit drei Monaten hochgearbeitet. Am Hamburger Markt wurden die Kassamarktprämien mit den festeren Börsenkursen für Weizen Basis 12 Prozent Protein und Lieferung im alten Jahr auf 1,50 bis 2,50 €/t unter Matif-Dezember zurückgenommen.
 
Der schwache Euro weckt Hoffnungen auf einen neuen Schub bei den europäischen Weizenexporten. Bisher liegen die Exportlizenzen für Weichweizen allerdings 2,6 Mio. t hinter dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Bezogen auf die Verladungen, dürfte der Abstand sogar noch etwas größer sein, vermuten Exporteure. Frankreich hat Zolldaten zufolge von Juli bis September 3,8 Mio. t Weizen exportiert. Dies ist zwar 130.000 t mehr als im Vorjahreszeitraum, doch in die Zahlen fließen noch größere Abwicklungen aus der alten Ernte mit ein.
 
In Chicago ruderten die Weizenkurse etwas zurück. Die Notizverluste von 3 Cent/bushel für die beiden vorderen Termine fielen überschaubar aus. Der Dezember notierte bei 5,23 US-$/bushel. Die jüngste Chicagoer Rally ist im wesentlichen von Shortabdeckungen getrieben, denn die Fonds haben in der Berichtswoche rund 15.000 netto Short-Positionen abgebaut. Die Kurse für den in Chicago notierten Soft-Red Winterweizen passen zudem nicht zu Notierungen in Kansas und Minneapolis. Der Chicagoer Weizen notiert mehr als 30 Cent/bushel höher als der proteinreichere Kansas-Weizen und sogar noch knapp 5 Cent/bushel höher als der Qualitätsweizen in Minneapolis.
 
Mais: Die Aussicht auf eine etwas höhere Schätzung der US-Maisernte drückte leicht auf die Chicagoer Kurse. Sie gaben aber nur geringfügig nach, der Dezember notierte mit 3,73 US-$/Bushel. Die durchschnittlichen Erwartungen an kommende US-Ernteschätzung liegen um die 345 Mio. t und damit rund 1 Mio. t über den USDA-Zahlen vom Oktober.
 
In Brasilien laufen die Maisexporte ausgesprochen flott, vor allem in Richtung Asien. Der brasilianische Mais ist äußerst wettbewerbsfähig und unterläuft die US-Maispreise, obwohl die Schiffe vor den brasilianischen Häfen 50 Tage warten müssen und dies mit Kosten von rund 22 US-$/t zu Buche schlägt.
 
An der Matif tat sich für Mais recht herzlich wenig. Die Kurse schlossen nahezu unverändert und neutral. Der neue Frontmonat Januar hielt sich bei 172 €/t. (St)
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