Märkte am Morgen: Getreide

Export stabilisiert Weizenkurse

Weizen: Die Weizenkurse an der Matif scheinen Bodensatz zu finden. Der Mai legt um 1,50 €/t auf 185 €/t zu. Die neue Ernte zieht ebenfalls etwas an. Festere Vorgaben aus Chicago, aber auch die umfangreichen europäischen Weizenexporte und etwas Wettermarkt aufgrund des trockenen Wetters in Westeuropa stützen die Kurse.
 
In dieser Woche hat die EU-Kommission 679.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen vergeben, die sich in dieser Kampagne auf 27,1 Mio. t summiert haben. In Deutschland wurden 254.000 t Exportlizenzen gezogen. Zurzeit finden in den deutschen Seehäfen umfangreiche Weizenverladungen für den Export statt. Allein in Hamburg werden gegenwärtig 231.000 t Weizen für verschiedene Destinationen auf den Weg gebracht. In Rostock und Lübeck werden 90.000 t Weizen in den Iran verladen. Die Prämien am Hamburger Markt waren stabil, für Weizen mit 12 Prozent Protein Basis Mai wurden 2,50 €/t über Matif-Mai gefordert, die Geldkurse lagen 1 €/t darüber.
 
In Chicago legte Weizen mit einem Plus von bis zu 3,6 Cents/Bushel für die neue Ernte ebenfalls zu. In den südlichen US-Plains hat es zwar geregnet, doch es besteht weiterhin ein erhebliches Feuchtigkeitsdefizit. Für die alte US-Weizenernte kam überraschenderweise noch einmal Exportnachfrage von 400.000 t auf.
 
Statistics Canada erwartet für dieses Jahr eine kanadische Weizenfläche von 24,8 Mio. acres. Dies ist ein Zuwachs von 3,9 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr.
 
Der IGC hat seine Schätzung der globalen Weizenernte im Vergleich zum Vormonat um 4 Mio. t auf 705 Mio. t gesenkt. Für die EU erwarten die Londoner Analysten eine Weizenernte von 148,2 Mio. t und eine Weichweizenernte von 140,4 Mio. t.
 
Mais: Die Notierungen in Chicago gaben erneut nach. Die Verluste blieben mit einem Minus von bis zu 3,4 Cents/Bushel im Rahmen. Die Vogelgrippe in den USA und größere Positionsglattstellungen drückten auf die Stimmung. Die Maisaussaat in den USA dürfte in den nächsten Tagen gut vorankommen, denn die Wettermodelle sagen nun auch für die zu nassen östlichen Gebiete des Maisgürtels trockeneres Wetter und günstigere Bedingungen vorher.
 
Der IGC erwartet diesem Jahr eine globale Maisproduktion von 951 Mio. t und hat die vorangegangen Prognose um 10 Mio. t angehoben. Gegenüber dem Vorjahr fällt das Ergebnis allerdings 41 Mio. t niedriger aus, denn die Projektion für die US-Maisernte setzt der IGC mit 331 Mio. t nun 30 Mio. t niedriger als im Vorjahr an. Die IGC-Zahlen lassen bullischere Interpretationsmöglichkeiten der Maismärkte zu.  
 
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen nach fünf schwächeren Tagen wieder fangen. Der Juni notierte etwas fester und schloss bei 162 €/t. Die EU bleibt auf umfangreiche Maisimporte angewiesen, denn in dieser Woche wurden 319.000 t neue Importlizenzen für Mais gezogen. In der Summe haben sie sich damit auf knapp 7,7 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr aufaddiert. (St) 
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