Märkte am Morgen

Externe Schützenhilfe für die Agrarbörsen


Weizen: Kursgewinne von 1,75 €/t für den Weizen sorgten nach drei schwachen Börsentagen für etwas Abwechslung an der Matif. Die Impulse kamen aus Übersee. 

Europäischer Weizen bleibt an den internationalen Märkten gefragt. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen von 237.000 t für Weichweizen gezogen und die Ausfuhren der EU haben sich dieser Kampagne auf 16,6 Mio. t kumuliert. Der IGC rechnet mit europäischen Weichweizenexporten von 19,2 Mio. t und taxiert die gesamten Weizenexporte inklusiv Mehl und Durum sogar auf 21,8 Mio. t.  
Auf der Importseite hat sich in der EU ebenfalls etwas getan, denn aus dem Subkontingent III der USA wurden 77.000 t Weizen neu abgerufen. Damit haben sich die Abrufe für den US-Weizen im neuen Quartal auf 90.600 t summiert.
 
In Chicago notierte Weizen zwar fester, doch der Anstoß kam von der Börse in Kansas. Dort zogen die Weizennotierungen nach dem neuerlichen Frosteinbruch knapp 8 US-$/t an. Erste grobe Schätzungen gehen davon aus, dass die Frostschäden in den Plains die US-Weizenernte um 1,6 bis 2,7 Mio. t schmälern könnten. Die US-Exportzahlen fielen in dieser Woche mit rund 72.000 t für die alte Ernte mehr als bescheiden aus.
 
Der IGC hat in seinem neuen Monatsbericht seine Schätzung für die kommende globale Weizenernte um 3 Mio. t auf 680 Mio. t reduziert. Gegenüber dem Vorjahr könnte die Weltweizenernte aber um 25 Mio. t oder 3,8 Prozent zulegen, schätzt der IGC. 
 
Mais: Feste Sojabohnen und bessere Stimmung an den externen Märkten verhalfen dem Chicagoer Mais zu einem leichten Plus. Die Bedingungen für die US-Maisaussaat bleiben trotz der Wetterbesserung im Mittleren Westen durchwachsen. Auch der Kauf Chinas von 300.000 t US-Mais für die neue Kampagne sowie ein Exportgeschäft über 240.000 t an eine unbekannte Destination kamen dem Notierungen zugute.
  
An der Matif setzt sich der schleichende Abwärtstrend mit leichten Notizverlusten fort. Die Drittlandsimporte an Mais bleiben reichlich. Für diese Woche hat die EU-Kommission 172.000 t neue Einfuhrlizenzen erteilt. Die bisher gezogenen Lizenzen summieren sich auf 9,4 Mio. t. Der IGC geht diese Kampagne von EU-Maisimporten in Höhe von 12 Mio. t aus.
 
In Argentinien hat die Getreidebörse in Buenos Aires die Maisernte des Landes mit 24,8 Mio. t leicht nach unten korrigiert. Die USDA Schätzung ist mit 26,5 Mio. t weitaus optimistischer. Für 2013/14 rechnet der IGC mit einer globalen Maisernte von 939 Mio. t und hat seine Vormonatsschätzung um 10 Mio. t nach oben korrigiert. 

Sojakomplex: Der Sojakomplex führte die Aufwärtsbewegung auf dem Chicagoer Parkett an. Die Julibohne stieg 10 US-$/t an, die Schrotnotierungen stiegen in ähnlicher Größenordnung. Die Rally lässt sich nur durch externe Einflüsse oder Shortabdeckungen erklären und passt nicht richtig ins Bild. Die wöchentlichen US-Bohnenexportzahlen von -206.000 t für die laufende Kampagne sind nach Stornierungen aus Chinas mit einem negativen Vorzeichen versehen. Eigentlich ein unübersehbares Signal, dass sich China bei seinen laufenden Bohnenkäufen nun endgültig in Südamerika bedienen will.

Die Getreidebörse in Buenos Aires bleibt bei ihrer Schätzung der argentinischen Sojabohnenernte von 48,3 Mio. t. Sie liegt damit 3 Mio. t unter der Prognose des USDA.
 
Raps: Die Pariser Rapsnotierungen ließen sich von der Bohnenrally nicht sonderlich beeindrucken. Die Kursgewinne hielten mit einem Plus von 1,50 €/t für Mai und August in überschaubarem Rahmen. Der Mai zog zeitweise aber auf 490 €/t an. Der August bewegt sich seit vier Wochen, von einzelnen Ausreißern abgesehen, zwischen 430 und 440 €/t.

In Winnipeg blieb auch am Tag nach der kanadischen Flächenschätzung eine positive Reaktion der Börse aus. Die Kurse schlossen trotz des festen Sojakomplexes und der bullischen Canola-Anbauschätzung mit einem leichten Minus.
 
Rohöl: Die Rohölkurse setzen ihre Aufwärtsbewegung fort. WTI legte knapp 2,30 US-$/Barrel zu. Feste Aktienmärkte, Spekulationen über eine Leitzinssenkung der europäischen Zentralbank sowie positive Daten vom US-Arbeitsmarkt lockten die Spekulanten und Anleger wieder in die Rohöl-Futures. (St) 
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