Preisbarometer

FAO-Index auf Sinkflug


Der Nahrungsmittelpreisindex der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO fällt im Dezember 2015 erneut. Der Index, der die Preisentwicklung bei wichtigen Agrarrohstoffen wie Getreide, Pflanzenölen, Milcherzeugnissen, Fleisch und Zucker abbildet, fiel auf 154,1 Punkte. Gegenüber November sei das ein Rückgang um 1 Prozent, teilt die FAO am Donnerstag mit. Für das Gesamtjahr weist der Index einen Durchschnittswert von 164,1 Punkten aus, das sind fast 19 Prozent weniger als 2014.

Im Berichtsmonat Dezember drückten die großzügige Versorgungslage bei den meisten Agrarrohstoffen, eine verhaltene globale Nachfrage und ein fester US-Dollar auf die Preisentwicklung. Einzige Ausnahme bildeten die Teilindizes für Zucker und Pflanzenöle, die gegenüber dem Vormonat zulegten.

Argentiniens Präsident setzt Weizenpreise unter Druck

Der Getreidepreisindex fiel im Dezember um 1,3 Prozent gegenüber November auf 151,6 Punkte. Der Regierungswechsel in Argentinien lastete auf den Weizenkursen, da Beobachter nach dem Aussetzen der Exportsteuern durch den neuen Präsidenten Mauricio Macri mit einem höheren Weizenangebot am Weltmarkt rechnen. Im Gesamtjahr 2015 gab der Getreidepreisindex um 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach.

Der Pflanzenölpreisindex kletterte im Dezember um 2,1 gegenüber dem Vormonat nach oben auf 141,1 Punkte. Bedenken über Trockenheit zur Ernte in Brasilien stützten die Preise, da die Nachfrage nach Sojaöl am Weltmarkt robust ist. Für 2015 insgesamt erreicht der Teilindex einen Durchschnittswert von 147 Punkten, das sind 19 Prozent weniger als 2014.

Schwacher Markt für Milchpulver

Der Milchpreisindex fiel im Dezember um 1 Prozent auf 149,5 Punkte. Der Rückgang ist einer Schwäche am Milchpulvermarkt geschuldet, da die Nachfrage nach Vollmilchpulver schwächelte. Dagegen liefen die Butterpreise fester, was die FAO vor allem auf eine gute Nachfrage im Nahen Osten, in Nordamerika und Nordafrika zurückführt. Der Milchpreisindex verlor im Gesamtjahr 2015 ganze 28,5 Prozent gegenüber 2014.

Der Teilindex für Fleisch gab im Dezember um 2,2 Prozent auf 152,1 Punkte nach. Druck übte unter anderem das hohe Angebot an Schweinefleisch in Europa aus. Im Gesamtjahr 2015 war der Fleischpreisindex 15,1 Prozent schwächer als 2014.

Der Zuckerpreisindex kletterte im Dezember um 0,6 Prozent auf 207,8 Punkte nach oben. Ernteverzögerungen im Süden Brasiliens durch heftige Regenfälle trugen zu einer Festigung der Preise bei. Im Jahr 2015 verlor der Zuckerpreisindex im Schnitt 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (pio)
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