Märkte am Morgen: Getreide

Fester Euro drückt Weizenkurs

Weizen: Ein deutlich fester Eurokurs drückte auf die Weizennotierungen an der Matif. Der Dezember gab 0,75 €/t auf 175,25 €/t nach. Positive Statements des EZB- Präsidenten Mario Draghi über die europäische Wirtschaftsentwicklung und Andeutungen über ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik lassen den Eurokurs auf über 1,137 US-Dollar und auf den höchsten Stand seit August des Vorjahres ansteigen. Auch die ersten Erntemeldungen aus Frankreich drückten, denn die Erträge und Qualitäten in Südfrankreich fallen besser als erwartet aus.
 
Strategie Grains korrigiert die Aussichten für die französische Weichweizenernte um 1,6 auf 35,6 Mio. t nach unten und erwartet eine erneut eine unterdurchschnittliche Ernte. Im Vorjahr hatte Frankreich eine sehr schwache Ernte von nur 28 Mio. t Weizen  eingefahren. Allerdings gibt es auch Einschätzung von Analysten, nach denen die Hitzewelle die französische Weizenernte nicht mehr wesentlich tangiert haben soll.
 
Für Norddeutschland rechnen Händler mit einer guten Weizenernte und die Bestände sehen im Gegensatz zum Westen und mittleren Teil Deutschlands durchweg gut aus. Am  Hamburger Markt waren die Kassamarkt-Prämien für Lieferung im September mit 1,50 bis 2,50 €/t unter Matif-Dezember je nach Brief- oder Geldseite unverändert. Zurzeit finden in den deutschen Seehäfen Exportverladungen von 8.000 t Weizen nach Namibia und 65.000 t nach Saudi-Arabien statt.
 
In Chicago sorgte der feste Sommerweizen für leichten Auftrieb. Der Juli notierte 3,2 Cent/bushel fester und schloss mit 4,53 Cent/bushel. An der Weizenbörse in Minneapolis setzt sich die Sommerweizen-Rallye fort. Die Kurse zogen bis knapp 690 Cent/bushel an, konnten die Spitzengewinne aber nicht ganz halten. Die Aussichten für den Sommerweizen in den nördlichen US-Plains bleiben gedrückt, einige Flächen sollen bereits regelrecht ausgedörrt sein.
 
Russland will 300.000 t Weizen nach Venezuela liefern. Für die Schwarzmeerregion lässt sich nach Ansicht des USDA eine lebhafte Exportnachfrage aus Ägypten und Bangladesch von 12 Mio. t Weizen in der Summe erwarten. Allein Bangladesch soll in der neuen Kampagne einen Importbedarf von 6,8 Mio. t und damit 800.000 mehr als im Vorjahr haben.
 
Mais: Die Nachrichtenlage für Mais blieb dünn. Die Kurse in Chicago schlossen gut behauptet und der Juli mit 3,59 US-$/bushel. Die nachbörsliche Bonitierung der Maisbestände in USA war am Montag nicht so gut ausgefallen, wie im Vorfeld erwartet. In den kommenden Tagen sind für den Mittleren Westen Schauer und Niederschläge angekündigt, in der nächsten Woche soll es jedoch wieder sehr warm werden. Der US-Mais steht vor der Blütephase und der Juli gilt als der entscheidende Monat für die Ertragsbildung.
 
An der Matif notierte der August mit 174,25 €/t unverändert, die übrigen Kurse schlossen knapp behauptet. Rumänen erwartet in dieser Woche eine neue Hitzewelle mit Temperaturen bis 36 °C und rechnet mit möglichen Schäden beim Mais. Die Gersten- und Rapsernte ist in den südlichen Landesteilen Rumäniens in Gang. (St) 
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