Märkte am Mittag

Festere Börsenkurse lähmen das Geschäft

Am Brotgetreidemarkt halten sich die westdeutschen Mühlen weiterhin zurück. Häufig fehlt jegliches Kaufinteresse der Verarbeiter. Vereinzelte Geldkurse liegen auf einem schwachen Niveau. Im Rheinland werden für Februar/März von Mühlenseite Abschläge von 4,00 €/t und für April/Juni ein Minus von 6,00 €/t auf die Matif-Notierungen März bzw. Mai genannt. Hierfür fehlen allerdings die Abgeber.

Markttendenz:
Am Weizenmarkt zeichnet sich trotz der zuletzt etwas festeren Börsennotierungen noch keine nachhaltige Aufwärtstendenz ab. Einsetzende Käufe der Mischfutterindustrie könnten die Weizenpreise allerdings etwas stabilisieren. Sehr schwache Rohölpreise und Druck vom Sojakomplex begrenzen die Aussicht auf höhere Rapspreise. 
An der Matif eröffnete Weizen nach den drei festeren Vortagen heute wieder etwas schwächer. Im Mittagshandel notierte der März bei gut 166 €/t und der Mai bei 171 €/t. Von den Terminmärkten lassen sich fundamental keine neuen Anregungen ableiten. Allerdings könnten weitere Short-Eindeckungen der Fonds an der Chicagoer Börse die Weizenkurse an der Matif zumindest kurzfristig etwas nach oben bringen.  
 
Die Landwirtschaft hatte durch die anziehenden Börsennotierungen der Vortage wieder Hoffnung auf höhere Weizenpreise geschöpft und etwas mehr Interesse an Verkäufe interessiert, ohne dass es zu größeren Abschlüssen kam. Die potentiellen Käufer haben ihre Geldkurse dagegen nur wenig angehoben. Wenn sich überhaupt Nachfrageimpulse für Weizen ausmachen lassen, dann eher von der Mischfutterindustrie im Nordwesten, als von den Mühlen an der Rheinschiene.
 
Aber auch an die nordwestdeutsche Mischfutterindustrie lassen sich zurzeit keine größeren Weizenpartien unterbringen, da keine neuen Mischfutter Verkäufer anstehen. Der Markt geht allerdings von Deckungslücken der Kraftfutterwerke ab Februar/März aus. Dies könnte die Weizenpreise zumindest stabilisieren, heißt es aus dem Markt. Für Futtergerste müssen weiterhin Käufer gesucht werden. Die Mischfutterindustrie bewertet  Gerste bei Preisen von 153 €/t frachtfrei Südoldenburg für Februar/März gegenüber den Weizen als zu teuer.
 
Auch bei Raps scheint die etwas freundlichere Tendenz wieder vorbei zu sein. Schwächere Sojabohnen in Chicago und wieder rückläufige Rohölmärkte drücken auf die Rapsnotierungen an der Matif. Der Mai notiert gegen Mittag etwas schwächer mit 362,50 €/t. Lediglich der Februar-Kontrakt, der am Freitag seinen letzten Handelstag hat, kann sich aufgrund von Börsentechnik mit einem leichten Plus gut behaupten. „Das bärische Umfeld von Sojabohnen und Rohöl bietet keine Voraussetzung für wesentlich festere Rapsmärkte, auch wenn wir kurzfristig mal 10 t €/t zulegen sollten“, analysiert ein Beteiligter. (St)
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