Märkte am Morgen: Getreide

Festerer Euro bremst Weizen aus

Weizen: An der Matif notierte Weizen mit einem schwächeren Unterton. Der Mai konnte  sich mit 172,50 €/t zwar auf den Vortagsniveau halten, doch die neue Ernte gab bis zu 0,75 €/t nach. Etwas Druck kommt von einem festeren Euro, der heute Morgen mit 1,078 US-Dollar notiert. Überraschenderweise hat Anhebung des Leitzinses in den USA um 0,25 Punkte den Dollar nicht beflügelt, sondern sogar etwas unter Druck gesetzt. Am Hamburger Markt reduzierten sich die Kassamarkt-Prämien für Weizen Basis 12 % Protein auf 2,50 bis 3 €/t, je nach Geld- oder Briefseite.
 
In dieser Woche hat die EU Weizenexporte von 617.000 t abgeschlossen. Daran war  Deutschland mit einem Löwenanteil von 310.000 t beteiligt, Polen steuerte 164.000 t bei.  In der Summe liegen die Weichweizenexporte der EU mit 17,1 Mio. t aber 14 % unter dem Vorjahreswert. Wichtigster Käufer für den europäischen Weizen ist Algerien mit 3,2 Mio. t, gefolgt von Saudi-Arabien mit 2,4 Mio. t. Algerien hat zur Wochenmitte einen  Weizenkauf über 480.000 t optioneller Herkunft in die Bücher genommen. Im Tender kam auch US-Weizen mit 120.000 t zum Zuge.
 
In Chicago notierte Weizen bei unwesentlichen Notizgewinnen gut behauptet. Der Mai schloss unverändert mit 4,36 US-$/bushel. Ein etwas schwächerer US-Dollarkurs und mögliche Frostschäden aufgrund des Kälteeinbruchs im nördlichen amerikanischen Weizengürtel stützen. Die schwachen wöchentlichen US-Exportzahlen von 264.000 t liefen dagegen.
 
Mais: Ansehnliche wöchentliche US-Exportzahlen von 1,26 Mio. t stützen die Chicagoer Maisnotierungen. Die Kurse zogen 2,4 Cent/bushel an, der Mai notierte mit 3,66 US-$/bushel.
 
In Südamerika sind die Aussichten für die Maisernten sowohl in Brasilien als auch in Argentinien gut. Argentinien hat bereits 10 % der Ernte eingefahren, die Erträge fallen besser als erwartet aus. Die Börse Buenos Aires ließ ihre Schätzung der argentinischen Maisernte mit 37 Mio. t unverändert.
 
Mais/Gerste: Die europäischen Maisnotierungen schlossen mit leichten Notizgewinnen freundlich. Der Juni notierte knapp unter 172 €/t. In dieser Woche hat die EU 118.000 t Mais importiert. Die Einfuhren liegen für die gesamte Kampagne bei 7,5 Mio. t. Wichtigster Lieferant der EU ist die Ukraine mit einer Importmenge von 4,1 Mio. t Mais.   
 
Der Gerstenexport hat sich kurzfristig belebt. Die Kommission hat neue Gerstenexporte  von 408.000 t für die Berichtswoche bekannt gegeben. Mit 3,64 Mio. t in dieser Kampagne hinkt der europäische Gerstenexport aber erheblich hinter dem Vorjahr  zurück. Die kurzfristige Exportbelebung dürfte von Käufen Saudi-Arabiens gekommen sein, denn die offiziellen Zahlen weisen die Gersten-Käufe Saudi-Arabiens aus der EU mit knapp 1,3 Mio. t nun 263.000 t höher als in der Vorwoche aus. (St) 
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