Abwärts ging es nur bei den Pflanzenölen, teilte heute die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit. Der FAO-Lebensmittelpreisindex, der auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe basiert, erreichte im Juni 163,4 Punkte gegenüber revidierten 156,7 Punkten im Vormonat. Der aktuelle Wert liegt damit nur 1 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres, und die monatliche Steigerung von 4,2 Prozent gegenüber Mai war die größte in den vergangenen vier Jahren, so die FAO.

Mais treibt Getreideindex nach oben

Die FAO-Getreidepreisindex ist im Juni 2016 um 4,4 Punkte oder 2,9 Prozent auf durchschnittlich 156,9 Punkte im Vergleich zum Vormonat angewachsen, liegt damit aber immer noch 3,9 Prozent unter dem Niveau vom Juni 2015. Der Anstieg im vergangenen Monat ist laut FAO beinahe ausschließlich auf höhere Maispreise - aufgrund knapper Exportvorräte in Brasilien - zurückzuführen. Preiszuwächse bei Weizen in der ersten Monatshälfte sind durch Berichte über Rekorderträge in den USA sowie besser als vorerst erwartete Ernten in der Schwarzmeerregion umgekehrt worden.

Palmöl im Minus – Sojaöl im Plus

Der FAO-Index für Pflanzenöle hat im Juni um 1,3 Punkte oder 0,8 Prozent auf durchschnittlich 162,1 Punkte gegenüber Mai nachgegeben. Die Entwicklung spiegelt in erster Linie niedrigere Notierungen bei Palmöl wider, die sich wegen der weltweit verhaltenen Importnachfrage und einer saisonalen Erholung der Produktion in Indonesien und Malaysia nach unten bewegt haben. Aussichten für reichliche Sonnenblumen- und Rapsöllieferungen lasteten zusätzlich auf dem Index. Erhöht haben sich dagegen die Preise für Sojaöl - basierend auf reduzierten Export-Verfügbarkeiten in Südamerika und ungünstigeren als ursprünglich erwarteten Produktionsaussichten für 2016/17.

Milchpreis weiter auf niedrigem Niveau

Die FAO-Milchpreisindex hat sich im Juni um 9,9 Punkte oder 7,8 Prozent auf 137,9 Punkte im Vergleich zum Vormonat erhöht. Die durchschnittlichen monatlichen Preise sind für alle Milcherzeugnisse, die in dem Index berücksichtigt werden, nach oben geklettert. Den Ausschlag dafür gaben unsichere Aussichten für das Milchwirtschaftsjahr 2016/17 in Ozeanien sowie eine Verlangsamung des monatlichen Produktionszuwachses in der EU. Der aktuelle Anstieg bedeutet aber nur eine Erholung von den niedrigen Preisen in den vorangegangenen drei Monaten - immerhin lag der Wert im Juni des Vorjahres noch 23 Punkte oder 14 Prozent über dem derzeitigen Niveau.

Schlachtschweine knapp und leichter

Der Fleischpreisindex betrug im Juni im Mittel 158,3 Punkte, das einer Steigerung um 3,8 Punkte oder 2,4 Prozent gegenüber dem revidierten Wert im Vormonat entspricht. Somit haben sich die weltweiten Notierungen den dritten Monat in Folge für alle Kategorien von Fleisch nach oben bewegt - insbesondere für Schweine- und Schaffleisch. Geringere Erhöhungen wurden bei Rind- und Geflügelfleisch registriert. In der EU sorgten laut FAO eine Verknappung bei Schlachtschweinen sowie leichtere Schlachtgewichte für eine beschränkte Versorgung und starke Zuwächse bei den Exportnotierungen. In ähnlicher Weise erhöhten verringerte Ausfuhrlieferungen die Notierungen für Schaf- und Rindfleisch in Ozeanien. Für Geflügelfleisch konnte ein moderater, aber stetiger Anstieg um 10 Prozent seit Januar 2016 beobachtet werden. Hier konnte vor allem Brasilien starke Umsatzzuwächse in Japan und Saudi-Arabien verzeichnen.

Schlechtes Wetter in Brasilien treibt Zuckerpreis

Beim Zuckerpreisindex kam es im Juni zu einer deutlichen Steigerung um 35,6 Punkte oder 14,8 Prozent auf durchschnittlich 276 Punkte im Vergleich zum Mai. Der Anstieg resultierte der UN-Organisation zufolge aus getrübten Produktionsaussichten in Brasilien - dem größten Zuckerproduzenten und -exporteur der Welt - nach heftigen Regenfällen, die die Erntearbeiten behindert und die Zuckererträge beeinträchtigt haben. Vor dem Hintergrund, dass nasses Wetter die Zuckerausbeute je Tonne Zuckerrohr verringert und Berichten zufolge, dass größere Produktionsmengen für die Ethanolerzeugung verwendet wurden, sind die Preise nach oben geklettert. (aiz)
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