Märkte am Morgen: Getreide

Fonds lassen Maiskurse purzeln

Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif hielten während der gesamten Sitzung ihre freundliche Tendenz. Der März schloss mit 195,50 €/t und 1,50 €/t fester, der Mai konnte sogar noch etwas mehr zulegen. Die Kurse an der Matif können sich bei den guten Exportaussichten vergleichsweise stabil halten, obwohl sich die Chicagoer Weizennotierungen schon seit der vorletzten Dezemberwoche in einer ausgeprägten Abwehrtendenz befinden.  
 
In Chicago hat der Weizen in dieser Zeit rund 100 Cent/bushel oder umgerechnet 37 US-$/t verloren. Am Vortag notierte Chicago den Märzweizen 7,4 Cent/bushel schwächer. Die charttechnischen Signale in Chicago sehen gedrückt aus, denn die Märznotierung fiel unter den gleitenden 100 Tages-Durchschnitt. Die Fonds lösen zurzeit Long-Position auf.
 
Die russischen Behörden erschweren seit Jahresanfang die Abwicklung der Weizenexporte massiv. Exporteure beschwerten sich in einem Schreiben an die Regierung über die informellen Behinderungen und Verzögerungen bei den Verladungen. Georgien denkt über Weizenkäufe in der EU und in den USA nach, denn die russische Regierung will für dieses Land keine neuen Export-Zertifikate mehr ausstellen.
 
Die brasilianische Landwirtschaftsbehörde Conab schätzt die Weizenernte in Brasilien nur noch auf 5,9 Mio. t und hat ihre vorangegangen Schätzung um 1,7 Mio. t nach unten korrigiert. Das USDA geht in seinem neuen Report noch von einer brasilianischen Weizenernte von 6,3 Mio. t aus.
 
Mais: Umfangreiche Liquidationen von Long-Position seitens der Fonds schickten die Chicagoer Maisnotierungen talwärts. Die beiden vorderen Termine verloren mehr als 16 Cent/bushel. Der März fiel wieder sang und klanglos unter die Vier-Dollarmarke und musste auch die Unterstützung des 50 Tage-Durchschnitts abgeben. Die Fonds sollen Schätzungen zufolge 20.000 bis 25.000 Kontrakte verkauft haben.
 
Ausgelöst wurde Verkaufswelle neben den allseits seit langem bekannten Mais-Rekordbeständen in den USA möglicherweise durch charttechnische Signale. Der Preisrückgang ist nach Einschätzung von Börsenbeobachtern rein finanztechnisch begründet. Es werden auch erste Vermutungen laut, dass der Markt wenig Vertrauen in die jüngsten USDA-Zahlen hat. Das USDA hatte beispielsweise ein Anstieg des Maisverbrauchs der  US-Ethanolindustrie prognostiziert, obwohl sich deren Margen mit dem Verfall der Mineralölpreise erheblich verschlechtert haben.
 
An der Matif schlugen sich die schwachem Vorgaben aus Chicago in Notizverlusten von bis zu 3 €/t für den März nieder. Auch die übrigen Termine notierten schwächer. (St)  
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