Märkte am Morgen: Ölsaaten

Fonds stecken wieder Gewinne ein

Sojakomplex: Eine Runde Gewinnmitnahmen der Fonds drücken die Sojabohnennotierungen bis zu 14 Cent/bushel in den roten Bereich und zehrten die Vortagsgewinne wieder auf. Der Markt bleibt fest, denn der Juli hielt sich bei 10,30 US-$/bushel. Schrot verlor für den Julitermin 5,5 US-$/short ton. Die guten Aussaatbedingungen für die Reihensaaten im US-Mittelwesten boten keine neuen  Argumente.
 
In Argentinien schwanken die Schätzungen für die Nässe-bedingten Ertragsverluste erheblich. Einschätzungen vom Staatlichen Wetterbüro Argentiniens zufolge könnte der Regen sogar 9 Mio. t Sojabohnen ruiniert haben. Informa geht in seiner neuen Schätzung von einer argentinischen Ernte von 55 Mio. t aus und reduzierte die vorangegangene Prognose um 4,5 Mio. t. Für Brasilien nahm das amerikanische Analystenhaus nur eine kleine Abwärtskorrektur auf 100,1 Mio. t vor.
 
Raps: Der schwache Sojakomplex, rückläufige Palmöl- und Rohölpreise setzen den Raps-Futures in Paris zu. Der August verlor 3,50 €/t, durchbrach die nächste Zehnerhürde und fiel auf 359 €/t. Nach dem Auslaufen des Maikontrakts leiten sich die Prämien am Kassamarkt vom August ab. Sie wurden für die alte Ernte zwar etwas angehoben, konnten aber den Preisbruch nicht vollständig kompensieren. Von dem ausgelaufenen Maikontrakt kommen 611 Kontrakte zur Andienung. Der größte Teil davon geht nach Frankreich, in Bülstringen werden nur 10 Kontrakte physisch angedient.
 
Winnipeg scherte sich ausnahmsweise wenig um die Technik der Sojabohnen. Mithilfe von Währungsverschiebungen und zurückhaltenden Verkäufen der Farmer legten die Futures bis auf den Frontmonat zu. Der Juli notierte bei knapp 504 Can-$/t. Charttechnisch verstärkt sich der Eindruck, dass der Julitermin sich an der Fünfhunderter-Linie einpendelt will.
 
Palmöl: Palmöl verlor am Vortag mit den übrigen Vorgaben am Ölsaatenmarkt deutlich. Heute Morgen werden die Verluste vom vorangegangenen Tag zumindest wieder weitgehend aufgeholt.
 
Rohöl: Neuerliche Gewinnmitnahmen ließen die Rohölnotierungen wieder nachgeben. Brent verlor 0,86 US-$/Barrel und fiel nach dem Wechsel des Frontmonats auf knapp 45 US-$/Barrel. Meldungen, nach denen der Irak im April seine Rohölausfuhr auf einen Rekord von 3,36 Mio. Barrel täglich gesteigert hat, drückten. Die Fonds haben bei Brent Crudeöl in der Vorwoche etwas zurückhaltender auf steigende Preise gewettet, haben aber wieder umfangreiche long-Positionen aufgebaut. (St) 
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