Milchmarkt

Fonterra überrascht mit Preissprung


Preis deutlich über 30 Cent
Umgerechnet in Euro je Kilogramm Milch erwartet Fonterra für das laufende Wirtschaftsjahr nun einen Auszahlungspreis von rund 34,4 Cent. Einschließlich der Zuschläge für Anteilseigner würde der Milchpreis bei 37,3 ct/kg liegen. Berücksichtigen muss man bei der Berechnung aber auch, dass der Neuseeländische Dollar seit Anfang Juni gegenüber dem Euro um rund 10 Prozent abgewertet wurde. Gegenüber dem US$ hat der NZ$ knapp 5 Prozent an Wert verloren. Der im Juni prognostizierte Milchpreis von 4,25 NZ$/kg Milchfeststoff, der den Fett- und Eiweißgehalt der Milch spiegelt, entsprach zum damaligen Wechselkurs in Euro einem Literpreis von 22,2 ct. (SB)
Die größte Molkerei der Welt gibt die höheren Erlöse an ihre Lieferanten weiter. Fonterra teilte am Freitag mit, dass die Prognose des Farmgate Milchpreises für die Saison 2016/2017 (Juni/Mai) um 0,75 NZ$ auf 6,00 NZ$ je Kilogramm Milchfeststoff angehoben wird. Das sind umgerechnet knapp 4 €. Im Vergleich zum vorangegangenen Wirtschaftsjahr (3,90 NZ$/kg) wäre das ein Plus von 53,8 Prozent. Erstmals seit langem liegt die Preisprognose damit über dem zehnjährigen Durchschnitt von 5,85 NZ$.

Deutlich bessere Entwicklung als erwartet

Die Vergütung für Genossenschaftsanteile werde im laufenden Wirtschaftsjahr voraussichtlich bei 0,50 bis 0,60 NZ$/kg (VJ.: 0,45 bis 0,55 NZ$/KG) liegen, sodass sich ein Gesamtpreis von 6,50 bis 6,60 NZ$ ergibt. Der Milchmarkt hat sich damit deutlich positiver entwickelt als vom Fonterra-Management zu Beginn des Wirtschaftsjahres erwartet. Noch im Juni war den Mitgliedern für die kommenden 12 Monate ein Grundpreis von 4,25 NZ$ vorausgesagt worden.

Milchproduktion in Neuseeland sinkt stark

Ursache für den rasanten Anstieg sei ein „beispielloser Rückgang der Milchproduktion“ in Neuseeland erklärte Fonterra-Chef John Wilson. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Molkerei mit einem Rückgang der Milchproduktion um 7 Prozent auf 1,46 Mrd. kg Milchfeststoff. Zudem sinke die Produktion auch in wichtigen Exportregionen wie Europa und Australien. Die Nachfrage sei dagegen weiter stabil.

Markengeschäft sorgt für stabile Margen

Fonterra steigerte den Umsatz im ersten Quartal (Juni bis August) um 6 Prozent auf 3,8 Mrd. NZ$. Umgerechnet sind das rund 2,5 Mrd. €. Der Absatz stieg um 2 Prozent auf 4,9 Mrd. Liter Milchäquivalent. Die Bruttomarge habe sich mit 22 Prozent nur geringfügig verändert, teilte Fonterra weiter mit. Fortschritte vermeldet die Molkerei bei den Bemühungen, größere Mengen im lukrativen Konsum- und Markengeschäft abzusetzen. In diesem Bereich seien im 1. Quartal 128 Mio. Liter Milchäquivalent mehr verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge in diesem Marktsegment konnte von 28 auf 31 Prozent gesteigert werden. (SB)
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