Märkte am Morgen: Getreide

Frankreich erntet immer weniger

Weizen: Der europäische Weizenmarkt kann sich mit weiter zurückgenommenen Prognosen für die französische Weizenernte in einem schwachen Umfeld einigermaßen halten. Der September legte an der Matif sogar 1,00 €/t auf 167,00 €/t zu, die übrigen Termine gaben etwas nach. Der Dezember notierte mit rund 169 €/t.
 
Die Aussichten für die französische Weizenernte verschlechtern sich von Tag zu Tag. Die ODA-Gruppe, eine namhafte Beratungsorganisation, korrigierte ihre schon sehr pessimistische Ernteschätzung noch einmal um 2,2 Mio. t nach unten. Sollte sich die Prognose bestätigen, ließe sich für Frankreich nur noch eine Weizenernte von 28,2 Mio. t erwarten, ein Minus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beratungsorganisation stützt ihre Prognose darauf, dass auch nördlich von Paris niedrige Erträge und Naturalgewichten geerntet werden. Für die EU erwarte ODA nur noch eine Weichweizenernte 134 Mio. t und liegt rund 10 Mio. t unter der Schätzung der EU-Kommission.
 
In Chicago gaben die Weizenkurse aufgrund des vergleichsweise stabileren europäischen Marktes nur geringfügig nach. Der September notierte mit 4,06 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 662.000 t stützen etwas. Die US-Weizenernte ist zu 89 Prozent abgeschlossen, die Sommerweizenernte ist bereits zu 10 Prozent unter Dach und Fach, die restlichen Weizenbestände stehen gut.

Preise in Russland steigen 
 

In Russland hat die gedrückte Aussicht für die westeuropäische Weizenernte die Weizenpreise am Schwarzen Meer nach oben getrieben. Gegenüber der Vorwoche sind sie nach Beobachtung vom Beratungsorganisationen bis zu 2,50 US-$/t auf 164 bis 164,50 US-$/t angestiegen.
 
Für Australien zeichnet sich eine sehr gute Weizenernte ab. Die National Australian Bank hob ihre Ernteprognose für die kommende Weizenernte auf 27,2 Mio. t an. Der IGC geht zurzeit noch von 26 Mio. t aus.
 
Der Iran sieht nach einer großen lokalen Weizenernte bis März 2017 keinen weiteren Bedarf für Weizenimporte. Laut offizieller Lesart sollen sogar kleinere Weizenmengen für den Export zur Verfügung stehen.
 
Mais: Unproblematisches Wetter im US-Maisgürtel und ein schwacher Sojakomplex in Verbindung mit gedrückten Rohölnotierungen ließen die Chicagoer Maisnotierungen wieder fallen. Der September verlor 8,6 Cent/bushel und notierte mit 3,26 US-$/bushel. Die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportanmeldungen von 1,14 Mio. t konnten die schwache Tagestendenz nicht drehen. Die Maisbestände in den USA stehen zudem ausgezeichnet, die Bonitierung blieb mit 76 Prozent in den Kategorien +/++ entgegen den Erwartungen unverändert. 90 Prozent der US-Maisflächen befinden sich in der Blütephase.
 
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen knapp behaupten. Der August schloss neutral. Die neue Ernte verlor geringfügig und der November schloss mit 165,25 €/t.
 
China rechnet nach Einschätzung des Agrarministeriums mit einer 2 Mio. t rückläufigen Maisanbaufläche. Dies dürfte die ausgezeichnete Versorgung Chinas kaum tangieren, denn Schätzungen zufolge soll in den staatlichen Lägern 240 Mio. t Mais lagern. Die Verkaufsauktionen für den Binnenmarkt verlaufen sehr schleppend. (St) 
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